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STICHWORT BAYER 01/2007

TV-Spot für BAYER-Abnehmpille verboten

Verordnete Werbe-Diät

Erneut muss der BAYER-Konzern eine Millionen-Strafe wegen unlauterer Werbung zahlen. Wegen „irreführender Versprechungen“ verhängte die US-Wettbewerbsbehörde „Federal Trade Commission“ (FTC) eine Buße von 3,2 Millionen Dollar gegen den Leverkusener Konzern. Nach Angaben der FTC-Vorsitzenden Deborah Platt Majoras ist dies die höchste jemals von der Behörde verhängte Zivilstrafe.

Von Philipp Mimkes

Als „unerhört“ bezeichnete Deborah Platt Majoras von der US-amerikanischen Handelskommission FTC einen BAYER-Werbefilm für die Diätpille ONE-A-DAY WEIGHTSMART. In dem Spot führt eine Gymnastik-Gruppe die Übung „heben, drehen, beugen“ vor. Zu sehen sind zehn Frauen in Sportkleidung, die im Chor sprechen:„Einfach die Flasche heben, den Verschluss drehen und das Handgelenk beugen“, um dann eine Pille herauszunehmen. In verschiedenen Werbefilmen und Anzeigen finde sich die unbewiesene Behauptung, wonach das Präparat den Stoffwechsel anrege, so Platt Majoras. BAYER verstößt damit nach Ansicht der FTC-Vorsitzenden gegen eine frühere Auflage der Wettbewerbsbehörde, wonach Aussagen zu Vitamin- und Diätprodukten des Konzerns auf wissenschaftlichen Studien beruhen müssen. Darum ist der Pharma-Riese gezwungen, seine Kampagne für die Abnehm-Pille, mit denen er einen jährlichen Umsatz von 30 Millionen Dollar erwirtschaftet, einzustellen.
Philipp Mimkes von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG): „Ob bei Potenzmitteln, Schmerzmitteln oder nun bei Diätpillen, immer wieder setzt der BAYER-Konzern auf unlautere Werbemethoden. Es ist geradezu grotesk, dass das Unternehmen bis vor kurzem Fress-Wettbewerbe sponsorte und nun mit der Autorität eines Markenartikel-Herstellers vorlügt, dass die tägliche Einnahme einer Pille für Gesundheit und Schlankheit sorge. BAYER gefährdet dadurch wissentlich die Gesundheit von Patienten und Konsumenten“. Die CBG fordert, Werbung für Pharmazeutika und Nahrungsergänzungsmittel in Massenmedien generell zu verbieten. „Laien sind häufig nicht in der Lage, haltlose Versprechungen von Pharma-Produzenten zu durchschauen. Die Information über Medikamente gehört daher in die Hände von Ärzten und unabhängigen Prüfern – nicht in die der Verkäufer, die nichts anderem folgen als ihren Profitinteressen“, so Mimkes weiter.
Bereits mehrfach wurde BAYER für Werbeaktionen angemahnt oder bestraft. Im Sommer ließ der Konzern in Rio de Janeiro Proben seines Potenzmittels LEVITRA an Fußballfans verteilen, ohne auf die teils schweren Nebenwirkungen hinzuweisen. In den USA musste BAYER eine TV-Werbung für das gleiche Präparat wegen irreführender Angaben und fehlender Warn-Hinweise stoppen. Auch für umstrittene Wunder-Diäten wie die Atkins-Diät brachte BAYER spezielle Ergänzungsmittel auf den Markt.