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Express

Express, 16. Juni 2007

BAYER-PIPELINE

Aufstand gegen die Gift-Röhre

Hilden - Sie sammelten 15.000 Unterschriften und marschierten zu Tausenden zum Bürgerhaus auf der Mittelstraße.
Menschen aus Monheim, Hilden und Langenfeld präsentierten sich am Samstag als geschlossene Einheit, als es darum ging, gegen den Bau der Bayer-Pipeline zu demonstrieren.
Wir sind das Volk" und "Die Karawane zieht weiter, die Pipeline kommt weg", skandierten die aufgebrachten Bürger bei ihrem Marsch durch die Stadt. Die hatte mit 1500 Demonstranten gerechnet - gekommen waren rund 2500.
Die Menschen im Kreis Mettmann versuchen alles, um den bereits beschlossenen Bau der 67 Kilometer langen Kohlenmonoxid-Röhre durch ihr Gebiet zu verhindern.
Was viele ärgerte: Der Hildener Bürgermeister Scheib war in den Urlaub geflogen, Regierungspräsident Jürgen Büssow ließ sich zum Unmut der Demonstranten ebenfalls nicht blicken.
Und die Verantwortlichen der Bayer-Werke hielten es auch nicht für nötig, sich zu dem Geschehen zu äußern.
Dafür stellte sich Landrat Thomas Hendele auf die Seite der Bürger: "Was Bayer da vorhat, ist nicht zu vertreten. Das giftige Kohlenmonoxid darf nicht durch Hilden geleitet werden. Wir fordern einen sofortigen Baustopp. Dafür werden wir notfalls durch alle rechtlichen Instanzen gehen."
"Eine Kampfansage, die nicht nur bei Philipp Mimkes von der "Coordination gegen Bayer-Gefahren" für Beifall sorgte. "Im Falle eines Vollbruchs der Gift-Röhre wären Menschen im Umkreis von 1200 Metern einer tödlichen Gefahr ausgeliefert. Das ist nicht durch die Interessen von Bayer zu rechtfertigen", sagte der CBG-Geschäftsführer.
"Der Bau einer Pipeline durch ein Siedlungsgebiet - das gab's seit den Fünfzigern nicht mehr. Wir müssen diesen Präzedenzfall verhindern."
Dass dies wieder realistisch ist, hofft Demonstrant Jörg Owsianowski: "Ich denke, dass diese eindrucksvolle Kundgebung etwas gebracht hat. Ich bin froh, dass unsere Bürger jetzt wach sind, anstatt später am Kohlenmonoxid zu ersticken."
Von C. SCHLIEWA