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Philippinen

Presse Information vom 26. September 2007
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Philippinen: Gericht verbietet Zulassung von Gentech-Reis

BAYER-Konzern trägt Verantwortung für Kontaminationen / „Auch Importe von Gen-Reis in die EU müssen untersagt werden“ / Erzbischof von Manila unterstützt Forderung von Umweltgruppen

Ein Gericht in der philippinischen Hauptstadt Manila hat die Zulassung der genmanipulierten Reis-Sorte Liberty Link 62 untersagt. Die zuständige Richterin Evangeline Marigomen begründete ihre Entscheidung mit möglichen Risiken für die Umwelt und die Gesundheit von Konsumenten. Die Umweltorganisationen Greenpeace und Searice hatten eine einstweilige Verfügung beantragt, da der Anbau von Liberty Link 62 unweigerlich zur Kontamination einheimischer Reis-Sorten führen würde – mit dramatischen Konsequenzen für die Biodiversität und die Ernährungssicherheit. Der Erzbischof von Manila, Gaudencio Cardinal Rosales, schloss sich der Forderung der Umweltverbände an.

„Plantagenbesitzer, Saatguthersteller und Pestizidproduzenten verfügen über großen Einfluss auf den Philippinen. Umso bemerkenswerter ist die mutige Entscheidung der philippinischen Justiz“, so Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG). „Der BAYER-Konzern muss hieraus die Konsequenz ziehen und alle Anträge auf Zulassung von Liberty Link-Reis zurückziehen“, so Mimkes weiter. Die CBG hatte im Vorjahr die europäische Nahrungsmittelbehörde EFSA aufgefordert, keine Genehmigung für Liberty Link-Reis zu erteilen.

Die von der deutschen Firma BAYER CropScience hergestellte Reis-Sorte ist gegen das Herbizid Glufosinat resistent. Das gesundheitsschädliche Glufosinat ist in den von BAYER vertriebenen Pestiziden LIBERTY und BASTA enthalten. Der Einspruch von Greenpeace soll bei einem hearing am 16. November verhandelt werden - bis dahin darf das philippinische Landwirtschaftsministerium keine Zulassung erteilen. Bereits im Jahr 2002 hatte BAYER bei der EU eine Import-Zulassung für glufosinat-resistenten Reis beantragt.

Daniel Ocampo von Greenpeace South East Asia gegenüber der „Manila Times“: “Das Department of Agriculture trägt Verantwortung für die Nahrungsmittel-Versorgung in den Philippinen. Es darf nicht einseitig die Interessen multinationaler Gentech-Konzerne vertreten. Wir fordern die Nahrungsmittelbehörde auf, sich zuallererst für die Umwelt und für die Gesundheit der philippinischen Bevölkerung einzusetzen“. Obwohl sich die einstweilige Verfügung von Greenpeace auch gegen das Department of Agriculture gerichtet hatte, setzte die Behörde in dem Verfahren keine eigenen Sachverständige ein, sondern überließ die Verteidigung vollständig den Anwälten von BAYER.

Liberty Link 62 ist weltweit nur in den USA zugelassen, wird aber auch dort nicht kommerziell angebaut. Die im vergangenen Jahr bekanntgewordene Kontamination von amerikanischem Langkorn-Reis, der weltweit in den Handel gelangt war, wurde durch Liberty Link 62 sowie durch die ebenfalls glufosinat-resistente Sorte Liberty Link 601 verursacht. US-Anwälte bezifferten gestern den dadurch entstandenen Schaden auf „über eine Milliarde Dollar“.

weitere Informationen:
Manila Times: Landmark court ruling vs. GMOs
Brief an EU-Lebensmittelbehörde EFSA
Sun Star Manila: Bishop warns v. consumption of genetically enhanced rice