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Luftverschmutzung

Kölner Stadt-Anzeiger, 30. April 2008

Bayer viertgrößter Luftverschmutzer in USA

Die Universität von Massachusetts hat eine Liste der 100 größten industriellen Luftverschmutzer in den USA vorgelegt. Der deutsche Bayer-Konzern belegt darauf einen unrühmlichen vierten Platz. Vor Bayer rangieren lediglich das Chemie-Unternehmen Du Pont, der Autohersteller Nissan und der Agro-Konzern Archer Daniels Midland. Ebenfalls unter den ersten zehn befinden sich Exxon, Dow Chemical und General Electric.

Die negative Platzierung von Bayer beruht in erster Linie auf der Verbrennung von über 1.500 Tonnen des krebserregenden Stoffs Toluylen-Diamin (TDA). Die Produktions-Rückstände stammen aus dem Werk Baytown/Texas und werden in einer Anlage des Unternehmens Clean Harbors verbrannt. Ebenfalls in der Kritik steht das BAYER-Werk in Institute/West Virginia. Dort werden große Mengen hochgefährlicher Chemikalien wie Phosgen und Methyl Isocyanat gelagert.

TDA-Herstellung auch in Dormagen
TDA wird von Bayer auch im Werk Dormagen hergestellt. Fragen nach der Höhe der Produktions-Rückstände in der Dormagener TDA-Produktion und nach deren Entsorgung wurden von Bayer-Chef Werner Wenning in der Hauptversammlung des Konzerns am vergangenen Freitag nicht beantwortet.

Philipp Mimkes von der //Coordination gegen BAYER-Gefahren// (CBG): "Wir fordern den Bayer-Konzern auf, die Höhe der Produktionsrückstände drastisch zu senken - besonders in Baytown. Außerdem fordern wir das Unternehmen auf, alle verbrannten Abfälle nach Menge und Herkunft offen zu legen." Bayer verbrennt in seinen deutschen Verbrennungsanlagen Sondermüll von rund 300 Firmen aus dem In- und Ausland. Die CBG hatte sich bereits Ende der achtziger Jahre gegen den Bau des Dormagener Müllöfens ausgesprochen und einen Giftmüll-Tourismus prognostiziert.

Den deutschen Gesetzgeber fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren auf, ähnlich wie in den USA eine verbindliche Veröffentlichung aller gelagerten und emittierten Gefahrstoffe festzulegen. "Das deutsche Informationsrecht hinkt weiterhin dem amerikanischen hinterher. Die Anwohner gefährlicher Fabriken haben aber das Recht zu wissen, welche Mengen welcher Stoffe produziert und gelagert werden", so Mimkes weiter. (eb)

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