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Kampagne Chemiewaffen

März 1991 — Zeitungsanzeige zum Golfkrieg

Verantwortung für Chemiewaffen: Ohne Wenn und Aber.

Die Deutschen Chemiekritiker

Erwiesenermaßen waren zahlreiche bundesdeutsche Firmen am Aufbau von Chemiewaffen-Produktionsanlagen im Nahen Osten beteiligt.
Im Zusammenhang mit dem Golfkrieg wird aber auch eine deutsche Beteiligung an der Lieferung von Chemikalien für die Produktion von Chemiewaffen und der Entwicklung der Kampfstoffe selbst diskutiert. Hierzu stellen wir fest:

Chemiewaffen bauen auf der Produktion und dem Know How der deutschen chemischen Industrie, insbesondere des BAYER-Konzerns auf. Von dem Kampfgasen des Ersten Weltkriegs bis zum aktuellen VX-Kampfstoff der US-Armee: BAYER-Patente waren Schrittmacher dieser Kriegstechnologie!

Von Beginn an …

Die Giftgase, die im Ersten Weltkrieg auf grausamste Weise Opfer forderten, stammten auch aus deutschen Fabrigen, insbesondere aus den Laboratorien der BAYER AG. Das deutsche Chemiekartell IG FARBEN und dessen Mitglied BAYER setzten diesen Produktions-
bereich im Zweiten Weltkrieg fort.

Lost – auch als Gelbkreuz oder Senfgas bekannt – spielt wie andere aus dieser Zeit stammende Kampfgase heute eine entscheidende Rolle in den Chemiewaffenarsenalen der Dritten Welt und namentlich des Irak.

… und bis in die jüngste Vergangenheit.

Unter der US-Patentnummer 3014943 ließ sich die BAYER AG 1961 u.a. eine Chemikalie patentieren, die mit VX, einem der modernsten US-Nervenkampfstoffe identisch ist. 1961 und 1969 haben die USA über 6000 Tonnen dieses Massenvernichtungsmittels produziert, daß zu den gefährlichsten Giften überhaupt gehört. Es zählt noch heute zum Vernichtungsrepertoire der US-Streitkräfte.

Scheinheiligkeit

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) reklamiert für sich, an der Produktion von Giftgas nicht beteiligt zu sein. Allen voran bestreitet BAYER-Vorstandsvorsitzender Hermann Josef Strenger – momentan auch Vorsitzender des VCI – eine Verantwortung seines Unternehmens.

In einer Zeitungsanzeige proklamiert der VCI in diesen Tagen unter dem Aufmacher „Nein zu Chemiewaffen! Ohne Wenn und Aber.“ für sich: „Die Beteiligung an der Entwicklung und Produktion von chemischen Waffen ist mit unseren Grundsätzen nicht vereinbar. In unserem Verband ist kein Platz für Mitglieder, die dagegen verstoßen.“

Die Fakten belegen die Absurdität dieser Proklamation.
Die Verantwortung der Väter der chemischen Waffen besteht fort, solange chemische Waffen existieren!

Unterzeichner:

Coordination gegen BAYER-Gefahren, Solingen — Medico International, Frankfurt/M. — BUKO Kampagne „Stoppt den Rüstungsexport“, Bremen — Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bonn — Ökumenisches Forum, Oberhausen