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Kohlenmonoxid Pipeline

27. März 2009, Neue Rhein Zeitung (NRZ)

Bayer stellt Eilantrag

CO-Pipeline zu "98 Prozent fertig" - Konzern drängt auf Inbetriebnahme

Bayer will die Kohlenmonoxid-Pipeline von Dormagen nach Krefeld möglichst im Sommer in Betrieb nehmen. Das bestätigte Bayer-Sprecher Christian Zöller der NRZ. Um die juristischen Hürden zu nehmen, stellte der Konzern am 19. März einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Düsseldorf auf Wiederherstellung der Betriebserlaubnis. Zurzeit ist Bayer der Bau der Pipeline erlaubt, nicht aber die Inbetriebnahme der über 60 Kilometer langen Transportstrecke.
Nach zahlreichen Einwänden von Bürgerinitiativen, die auf die Gefahren des giftigen Kohlenmonoxids hinweisen, hatte das Oberverwaltungsgericht Münster die Betriebsgenehmigung 2007 auf Eis gelegt. Im Sommer 2009 soll weiter verhandelt werden.
Für Bayer ist daher der Eilantrag "ein ganz normaler logischer Schritt", so Zöller. 98 % der Bauarbeiten seien erledigt, das Ende in Sicht. Zurzeit würden die Leitungen auf ihre Dichtigkeit hin überprüft. "Die ersten Genehmigungen sind da." Klar sei, dass der Alarm- und Gefahrenabwehrplan noch vor der Betriebsgenehmigung erstellt werden muss. In den nächsten Monaten - Wunsch: zur Jahresmitte - sei die Pipeline einsatzbereit.

Regierungspräsident prüft den Bayer-Plan
Dagegen wenden sich die Initiativen. Jan Pehrke vom Vorstand der "Coordination gegen Bayer-Gefahren", besteht auf dem Prinzip, "wonach Gefahrstoffe wie Kohlenmonoxid nur am Ort ihrer Verwendung produziert werden dürfen". So könne Bayer in Krefeld eine hochmoderne CO-Produktionsanlage bauen. Alles andere sei "hochgefährlich". Dementsprechend wollen die Initiativen die Bayer-Hauptversammlung am 12. Mai beeinflussen.
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat die Genehmigungsbehörde, die Düsseldorfer Bezirksregierung, um Stellungnahme zum Eilantrag gebeten. "Wir sind in der internen Prüfung", hieß es dort auf NRZ-Anfrage. (Dieter Schneider)

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