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Unlautere Werbung
verharmlosende Aspirin-Werbung

Presse Info vom 11. Juni 2009
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Risiken verharmlost

Brasilien: Regierung verbietet unlautere Aspirin-Werbung

Das brasilianische Gesundheitsministerium Agência Nacional de Vigilância Sanitária (ANVISA) hat mit sofortiger Wirkung eine Werbekampagne für das Schmerzmittel Aspirin verboten. Die vom BAYER-Konzern initiierte Kampagne Um mundo com menos dor („Eine Welt mit weniger Schmerz“) verleite zu einem unsachgemäßen Umgang mit dem Medikament und verharmlose die Risiken. Das Verbot umfasst Werbung in Zeitungen, Radio, TV und im internet. Die von BAYER geschaltete website www.umMundoComMenosDor.com.br wurde bereits vom Netz genommen.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Aspirin ist ein hochwirksames Medikament, welches aber - anders als es die Werbung suggeriert - tief in den biochemischen Haushalt des Körpers eingreift und mit teilweise schweren Nebenwirkungen verbunden ist. Wir verurteilen die Versuche von BAYER, das Präparat als Wunderpille zu vermarkten, und fordern die europäischen und US-amerikanischen Behörden auf, dem brasilianischen Beispiel zu folgen.“

BAYER unternimmt seit Jahren große Werbeanstrengungen im Bereich der lukrativen freiverkäuflichen Schmerzmittel. Ein hoher Aufwand ist gerade für Aspirin notwendig, da Generikahersteller den Wirkstoff für einen Bruchteil des Preises anbieten. In den USA startete BAYER die Kampagne Expect Wonders („erwarte Wunder), zu der auch die website www.WonderDrug.com gehört. Unter den Tisch gekehrt werden dabei die mitunter schweren, oftmals gar tödlichen Nebenwirkungen des Präparats.

Aspirin kann nicht nur Schleimhautreizungen hervorrufen, sondern auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt und Magengeschwüre verursachen. In den USA sterben mehr Menschen an Aspirin-Nebenwirkungen als an HIV. Das New England Journal of Medicine spricht von einer „geräuschlosen Epidemie“, da 75 Prozent aller Patienten, die regelmäßig Aspirin einnehmen, die Gefahren des Schmerzmittelgebrauchs nicht kennen. Für die meisten Anwendungen stünden risikoärmere Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Bereits im Jahr 2000 beanstandete die US-amerikanische Behörde FTC eine Anzeigenserie für Aspirin, die den Eindruck erweckt hatte, dass gesunde Menschen durch eine regelmäßige Einnahme von Aspirin das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken können. Ein solcher Effekt ist jedoch nur bei Patienten mit Gefäßkrankheiten nachzuweisen. BAYER musste eine Million US-Dollar in eine Aufklärungskampagne investieren, die auf die Risiken des Schmerzmittels hinwies. In Deutschland warb Bayer nicht nur für die Behandlung von Erkältungen mit Aspirin, sondern fälschlicherweise auch für deren Prophylaxe – so auf Plakatwänden und kostenlos verteilten Postkarten, auf denen sich ein junges Paar nackt im Schnee wälzt.

Die Stellungnahme der Anvisa

Brasília, 9 de junho de 2009 - 11h30

Suspensas campanhas irregulares de medicamentos

Está suspenso em todo território nacional o concurso cultural "Um mundo com menos dor", que promove o medicamento aspirina, fabricado pela empresa Bayer S/A. A determinação da Agência Nacional de Vigilância Sanitária (Anvisa), publicada no Diário Oficial da União desta terça-feira (9), proíbe, ainda, a veiculação do concurso em todos os meios de comunicação de massa, inclusive sites da internet.
A promoção do referido concurso apresentava irregularidades sanitárias. Após avaliação, a Agência identificou que o site estimulava/ induzia o uso indiscriminado do medicamento. Também foi suspensa pela Anvisa a campanha "Leve a vida sem dor", do medicamento Anador, produzido pela Boehringer Ingelheim do Brasil Química e Farmacêutica Ltda. O site do medicamento apresentava as mesmas irregularidades do caso anterior e, ainda, não trazia frases de advertência obrigatórias e, também, as contra-indicações do medicamento.
Informações: Ascom/Assessoria de Imprensa da Anvisa