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Pharmamarketing

Presse Information vom 27. Oktober 2010
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Werbung für Vitamine: BAYER zahlt 3,3 Mio für falsche Versprechungen

Selen-Zusätze können Krebsrisiko nicht senken / Werbeaussagen „irreführend und skrupellos“

Der BAYER-Konzern zahlt 3,3 Millionen Dollar an die US-Bundesstaaten Oregon, Illinois und Kalifornien wegen unwahrer Behauptungen in TV-Spots und Zeitungsanzeigen. In dem Werbematerial für Vitaminprodukte der Serie ONE-A-DAY hieß es, dass die Zusätze Selen und Zink das Prostatakrebs-Risiko senken können. Eine gestern eingereichten Klageschrift des US-Bundesstaats Illinois stellt hingegen fest: „BAYER wusste, oder hätte wissen müssen, dass hohe Gaben von Zink und Selen das Risiko der Entstehung von aggressiven und tödlichen Prostata-Tumoren erhöhen können“. Die Klageschrift nennt die Werbeaussagen „irreführend und skrupellos“.

Vitaminpräparate, deren Beipackzettel die Falschaussagen enthielten, waren bis zum Mai 2010 im Handel. Die Werbekampagne, für die BAYER auch bekannte Baseball-Stars engagiert hatte, lief seit 2005. Die US-Medikamentenaufsicht FDA hatte 2007 festgestellt, dass Selen das Krebsrisiko nicht senkt. Das National Institute of Health hatte eine ursprünglich auf 12 Jahre angelegte Untersuchung von Vitamintabletten wegen erhöhter Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Ob bei Verhütungsmitteln, Schmerztabletten oder nun bei Vitaminpillen - immer wieder setzt BAYER auf unlautere Werbemethoden. Der Konzern gefährdet dadurch wissentlich die Gesundheit von Patienten und Konsumenten“. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert, Werbung für Pharmazeutika und Nahrungsergänzungsmittel in Massenmedien generell zu verbieten. „Laien sind häufig nicht in der Lage, die haltlosen Versprechungen zu durchschauen. Die Information über Medikamente gehört in die Hände unabhängiger Prüfer und Behörden – nicht in die der Verkäufer, die nichts anderem folgen als ihren Profitinteressen“, so Mimkes weiter.

Unter dem Markennamen ONE-A-DAY verkauft BAYER in den USA ein Sammelsurium von Pillen, die u.a. Vitamine, Mineralien, Folsäure, Ginseng, Guarana, Kupfer, Eisen und sogar Schwermetalle enthalten. Die Präparate werden in unterschiedlichen Zusammensetzungen speziell für Frauen, Männer, Senioren, Kinder, Übergewichtige, Sportler und für Personen mit erhöhtem Cholesterinspiegel angeboten.

Die Produktserie wird mit Versprechungen wie „für ein gesundes Immunsystem“, „verarbeitet Nahrung zu Energie“, „für geistige Wachsamkeit“ oder „unterstützt die Gesundheit des Herzens“ beworben. Die FDA hatte bereits mehrere solcher Werbe-Aussagen verboten. Vor drei Jahren hatten US-Behörden gegen den Leverkusener Multi eine Buße von 3,2 Mio Dollar wegen „irreführender Versprechungen“ verhängt – die bis dahin höchste verhängte Zivilstrafe für Pharmawerbung.

weitere Informationen:
· Oregon gets $1.2 million in settlement with Bayer HealthCare
· Brasilien: Regierung verbietet unlautere Aspirin-Werbung
· Diätpillen: Millionen-Buße wegen unlauterer Werbung
· Artikel „Das Pharma-Marketing von Bayer“
· Strafe für Kontrazeptiva-Werbung