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Bhopal
tödl. Störfall in Institute 2008

13. Januar 2011, Greenpeace Magazin

Bayer-Abschied von Bhopal

Die Katastrophe von Bhopal im Jahr 1984 war der schwerste Chemieunfall der Geschichte. Erst jetzt stoppt der Konzern Bayer die Produktion des gefährlichen Pestizids Methylisocyanat.

Späte Reaktion: Schon vor zehn Jahren hatte Bayer angekündigt, seine giftigsten Pestizide vom Markt zu nehmen. Doch erst jetzt löst das Unternehmen einen Teil seines Versprechens ein. Das Bhopal-Gift Methylisocyanat (MIC), heißt es aus der Konzernzentrale in Leverkusen, werde im US-Werk in Institute im US-Bundesstaat West Virginia nicht mehr hergestellt und auch nicht mehr gelagert. Zudem soll die Produktion der zwei hochgefährlichen Pestizide Aldicarb und Carbaryl, für deren Herstellung MIC verwendet wird, beendet werden.

Als in der Nacht zum 3. Dezember 1984 im indischen Bhopal ein MIC-Tank explodierte, ereignete sich die weltweit größte Industriekatastrophe. Die Giftwolke hüllte eine halbe Million Menschen ein und forderte rund 20.000 Todesopfer. Noch heute leiden rund 120.000 Menschen an den langfristigen Folgen des Chemieunfalls.

Schon seit vielen Jahren fordert der konzernkritische Verein „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ die Beendigung der MIC- und Phosgen-Produktion. Zuletzt war es in der Anlage in Institute im August 2008 zu einer schweren Explosion gekommen. Zwei Arbeiter verloren dabei ihr Leben. ANDREA HÖSCH

Ein Porträt der kleinen Initiative Coordination gegen Bayer-Gefahren lesen Sie in der Greenpeace-Magazin-Ausgabe 6.09