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Rheinische Post

Rheinische Post, 27. Januar 2011

Bayer muss an Bluter Entschädigung zahlen

Leverkusen Bayer und drei weitere Pharmakonzerne zahlen mehrere Millionen Euro an Menschen mit der Bluterkrankheit. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs, den Bayer und die drei Mitbeklagten - die Unternehmen Baxter, Behring-Aventis und Alpha - bereits 2009 mit einer amerikanischen Anwaltskanzlei geschlossen hatten, die eine Vielzahl von Klägern vertrat. Im vergangenen Jahr war die Vereinbarung genehmigt worden, es habe zuvor noch einiger Einigungen bedurft, bis der Vergleich in Kraft treten konnte, hieß es gestern von Bayer.

Das war passiert: In den USA und in anderen Ländern waren gegen Bayer zahlreiche Klagen anhängig, "die sich auf Schadenersatz für außerhalb der USA lebende Kläger richten", schrieb Bayer im letzen Aktionärsbrief 2010. Die Kläger gaben an, in den 80er Jahren durch unter anderem vom Leverkusener Konzern angebotene "Plasmaderivat-Therapien" mit HIV oder dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert worden zu sein, da die Blutplasma-Produkte verseucht gewesen sein sollen. Weiter heißt es in dem Aktionärsbrief: "Es mussten einige Bedingungen erfüllt werden, bevor die Vereinbarung in Kraft treten konnte." So musste die Mehrheit der von der Kanzlei vertretenen Mandanten diese akzeptieren. Angeblich sollen 90 Prozent der Kläger das getan haben. Erst dann trat der Vergleich, der in Chicago geschlossen wurde, in Kraft.

"Faktisches Schuldeingeständnis"
Die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) sprach von Geldern in zweistelliger Millionenhöhe, die an Bluter aus 22 Ländern gezahlt werden sollen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Betroffenen zum Schweigen. HIV-infizierte Bluter in Deutschland erhielten eine monatliche Rente und durften an der Sammelklage nicht teilnehmen, teilte die CBG mit, allerdings seien unter den Entschädigten deutsche Hämophile, die an Gelbsucht erkrankt sind. Philipp Mimkes von der CBG begrüßte den Vergleich "als faktisches Schuldeingeständnis der beklagten Konzerne". Er moniert deren Geheimhaltungspolitik: "Es ist empörend, dass die verantwortlichen Firmen von den Opfern ein Stillschweigen erpressen!" VON LUDMILLA HAUSER

unsere Presse Info: Konzerne leisten Entschädigung an Bluter