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Phosgen

Presse Information vom 24. Januar 2012
Coordination gegen BAYER-Gefahren

geplante TDI-Anlage im BAYER-Werk Dormagen:

Betonhülle zum Schutz vor Giftgas gefordert

Die BASF gab am Freitag bekannt, in Ludwigshafen eine neue TDI-Anlage zu bauen. Die Fabrik soll mit 300.000 Jahrestonnen die selbe Kapazität erhalten wie die von der BAYER MaterialScience AG geplante Anlage in Dormagen.

Die beiden Projekte unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Punkt: die BASF will die gefährlichsten Anlagenteile mit einer Betonhülle umgeben. Umweltverbände hatten ebendies im Erörterungstermin für die BAYER-Anlage im vergangenen Oktober gefordert. Auch eine entsprechende Anlage von Dow Chemicals in Stade ist mit einer Betonkuppel versehen. Die Fabrik in Dormagen hingegen soll nur mit einer Blechhülle geschützt werden; der Standort befindet sich lediglich 300m von der Werksgrenze entfernt.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Wir sind nach wie vor gegen die Genehmigung einer Anlage, die über Jahrzehnte hinweg die Herstellung von Phosgen zementiert. Sollte es dennoch zu einer Genehmigung kommen, so muss zumindest der Einsatz der bestmöglichen Sicherheitstechnik gewährleistet sein. Eine Einhausung aus Beton bietet in jedem Fall einen höheren Schutz gegen Feuer, Explosionen oder eine Beschädigung von außen als die von BAYER geplante Blechhülle.“

In der Dormagener TDI-Produktion sollen als Zwischenprodukt jährlich rund 360.000 Tonnen Phosgen eingesetzt werden; die Chemikalie wurde im 1. Weltkrieg als Kampfgas verwendet. Gegen die Genehmigung des Antrags von BAYER hatten die CBG, der BUND, die Grünen sowie rund 60 Einzelpersonen Einwendungen eingereicht. Hauptpunkte der Kritik sind neben dem Einsatz hochgefährlicher Chemikalien der hohe Energie- und Ressourcen-Einsatz sowie das Fehlen von worst case-Szenarien. Die Bezirksregierung Köln hat über eine Genehmigung des Antrags noch nicht entschieden.

Der Werksleiter der BASF in Ludwigshafen, Bernhard Nick, hatte am Freitag gegenüber der Presse geäußert: „Die eigentliche TDI-Produktion findet in einer kompletten Einhausung in einem hermetisch verschlossenen Betongebäude statt, das sicherstellt, dass keine toxikologischen Stoffe in die Umwelt gelangen“.

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