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Antibabypillen

14./15. April 2012, Kölner Stadt-Anzeiger

Bayer zahlt wegen der Pille viel Geld

YASMIN: Angeblich erhalten Klägerinnen außergerichtlich im Schnitt 220 000 Dollar

Leverkusen. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will in den USA Klagen zu seinen Antibabypillen Yasmin und Yaz weiter außergerichtlich beilegen, sagte eine Bayer-Sprecherin. Bis Ende Februar war in 170 Fällen ein Vergleich ohne Schuldanerkenntnis erzielt worden, hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers bei der Bilanzvorlage gesagt. Zu Medienberichten über inzwischen erfolgte Zahlungen von durchschnittlich 220.000 Dollar in insgesamt 500 Fällen wollte Bayer keine Stellung beziehen. Insgesamt sind in den USA über 11.000 Klagen anhängig.
Die Klägerinnen werfen Bayer vor, nicht angemessen über Risiken der Medikamente wie die Entstehung von Blutgerinnseln aufgeklärt zu haben. Dies habe bei Anwenderinnen zu Gesundheitsschäden bis hin zu Todesfällen geführt. Erst am Mittwoch hatte Bayer angekündigt, in den USA die Warnhinweise in den Beipackzetteln zu verschärfen.

Die Verhütungsmittel sind wichtige Umsatz- und Gewinnbringer. 2011 setzte Bayer damit 1,1 Milliarden Euro um.

Die „Coordination gegen Bayer-Gefahren" teilte mit, inzwischen hätten auch deutsche Betroffene Klage eingereicht. Die Coordination verlangt ein umgehendes Verbot der Produktgruppe. Ein Einlenken von Bayer sei erst zu erwarten, wenn die Entschädigungen die Gewinne durch den Verkauf überstiegen. Dies sei „zynisch", urteilt die Coordination.

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