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Saatgut

6. Juni 2012

Kommentar von Jörg Bergstedt (Projektwerkstatt Saasen) zur heutigen Eröffnung des Europäischen Weizenzuchtzentrums der Firma Bayer CropScience im Biotechpark Gatersleben

Hinter der Fassade der Kleinen stehen die Großen!

Es ist das immer gleiche Spiel in der Agrogentechnik: Dubiose Kleinfirmen, getarnt als Bioparks, Gründerzentren oder nur als kleine Firmen im Auftrag von Universitäten, Forschungsfirmen usw. geführt, sammeln Fördermittel des Staates, Patente und Know-How, um dieses schließlich geräuschlos in die großen Konzerne zu übergeben. Das geschah schon vor vielen Jahren in Potsdam mit den Max-Planck-Ausgliederungen Metanomics und Plantec, die heute BASF und Bayer gehören. Es setzte sich fort in Gatersleben, wo Staat, regionale Wirtschaftsförderung, das Land Sachsen-Anhalt und die katholische Kirche zwei Bioparks und darüber den Aufbau von Kleinfirmen förderten. In direkter Nachbarschaft zum wichtigsten Weizenforschungs- und Saatguterhaltungszentrum der Republik wurde an gentechnischen Veränderungen gebastelt und dieses auch auf Feldern ausgebracht.

Aus dem einen Park wurde zu großen Teilen die Firma SunGene, die heute BASF gehört und dort eines der wenigen verbliebenen Felder mit gv-Pflanzen betreibt. Aus dem anderen entsteht nun also das Weizenzentrum von Bayer. Damit triumphiert erneut die ewig gleiche Masche: Pseudo-Innovationsförderung mästet dubiose Kleinfirmen - und wenn der Boden bestellt ist und diese durch ausbleibende Steuermillionen ihre Tätigkeit einstellen, werden sie in die großen Konzerne überführt. Die müssen einfach ruhig abwarten und dann, wenn die von ihnen mit durchgesetzte Förderung industrienaher Forschung erntereif ist, zugreifen. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch der Firma Bayer zum neuen Erfolg der wirkungsvollen Instrumentalisierung staatlicher Zuarbeit für eigene Zwecke. Möge es der letzte sein.