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Yasmin

8. Januar 2013

Anti-Baby-Pille

CSS will Geld im Fall Celine zurück

Hunderttausende Franken hat die Krankenkasse für die Nebenwirkungen Anit-Baby-Pille Yasmin von Bayer bereits ausgegeben. Nun fordert sie vom deutschen Pharma-Riesen das Geld zurück.

Die Schweizer Krankenkasse CSS nimmt den Pharmakonzern Bayer ins Visier: Sie unterstützt die Klage des mutmasslichen Antibabypillen-Opfers Celine auf finanzielle Entschädigung. Die CSS hat für Celine und auch für andere Frauen hunderttausende Franken für Heilungskosten aufgewendet – und will nun dieses Geld zurück, wie das Nachrichtenmagazin «10vor10» des Schweizer Fernsehens berichtet.

Laut dem Rechtsanwalt Felix Rüegg, der für die Familie des mutmasslichen Antibabypillen-Opfers Celine Klage gegen den Pharmakonzern Bayer eingereicht hat, hat die CSS im Fall Celine bis heute 600'000 Franken und in einem andern Fall über 900'000 Franken für Behandlungskosten aufgewendet. Rüegg sagt gegenüber «10vor10»: «Es soll nicht sein, dass die Allgemeinheit bezahlt und auf der andern Seite die Firma Bayer Gewinn macht».
Konkret hat die CSS eine sogenannte «Nebenintervention zur Unterstützung der Klägerin» eingereicht. Celine hatte als sechszehnjährige nur wenige Wochen die Antibabypille Yasmin der Firma Bayer eingenommen, eine schwere Lungenembolie erlitten und ist seither schwerstbehindert.

Bayer muss zahlen
Für Bayer haben die Fälle aber bereits vor einer Entscheidung im Fall Celine weitreichende Folgen. In den USA ist der deutsche Konzern mittlerweile mit 12‘400 Klagen konfrontiert, rund ein Drittel wurde mit Vergleichszahlungen in der Höhe von 750 Millionen Dollar abgegolten.
Zudem wurde die betroffene Yasmin-Pille von der Konkurrenz überholt. Nuvaring von der Firma Merck, Sharp & Dohme MSD ist seit zwei Jahren das meistverkaufte hormonelle Verhütungsmittel. Aber auch diesen droht ähnlichen Ärger. «Eine neue, grosse dänische Studie zeigt für den Nuvaring ein ähnliches Thrombose-Risiko wie die Dritt- und Viert-Generations-Pillen», sagt Stephan Krähenbühl, Präsident der Swissmedic-Kommission zu «10vor10».
Darum müssten die Warnhinweise in der Packungsbeilage des Nuvarings voraussichtlich verschärft werden. Auch die Firma MSD gerät in den USA unter Druck. Bis heute sind über 1200 Klagen wegen Nebenwirkungen des Nuvarings eingereicht worden. Bayer wollte zu den rechtlichen Schritten der CSS wegen des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen.

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