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Brunsbüttel

Presse Information vom 1. März 2013

geplante MDI-Anlage in Brunsbüttel

BAYER: Kritik an hohem Wasserverbrauch

Umweltschützer kritisieren den hohen Wasserverbrauch des BAYER-Werks Brunsbüttel. Dieser führt in der Region schon jetzt zu großen Umweltschäden. Durch den geplanten Bau einer neuen MDI-Anlage würde sich das Problem weiter verschärfen. Im Ort Wacken gibt es seit 30 Jahren Proteste gegen die massive Wasserentnahme.

Der BAYER-Konzern plant in Brunsbüttel den Bau einer neuen Kunststoff-Produktionsanlage. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hat wegen der großen Menge an Gefahrstoffen, die in der Fabrik zum Einsatz kommen sollen, eine Reihe von Einwendungen eingereicht. Die Kritikpunkte werden im Erörterungstermin am 18. März in Brunsbüttel diskutiert.

Kritik wird nun auch am hohen Wasserverbrauch der Anlage laut; dieser beträgt jährlich rund 270.000 Kubikmeter. In der von der BAYER AG beim TÜV Süd in Auftrag gegebenen Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) heißt es hierzu lediglich: „Die Wasserversorgung erfolgt über die zentrale Versorgung des Bayer Industrieparks“. Es wird jedoch nicht dargelegt, woher das zusätzlich benötigte Wasser stammt.

Der Umweltexperte Thomas Kleineidam hat eine ausführliche Bewertung der Umweltverträglichkeitsuntersuchung vorgenommen: http://www.cbgnetwork.de/downloads/KLEINEIDAM_UVU_Bayer-MDI.pdf

Kleineidam vermisst in der TÜV-Untersuchung eine Wasserbilanz für die beantragten Anlagen: „Wo die Wasserwerke ihr Wasser herbekommen, ob dazu Steigerungen der Fördermengen erfolgen, welche Auswirkungen diese Wasserentnahmen auf das Schutzgut Grundwasser haben, in welcher Qualität das Wasser geliefert, und in welcher Menge hochwertiges Trinkwasser in verunreinigtes Abwasser verwandelt wird – nicht ein Wort dazu findet sich in der UVU“.

Ein Großteil des im BAYER-Werk verbrauchten Wassers kommt aus dem 19 km entfernten Wacken. Die enorme Wasserentnahme führt dort seit über 30 Jahren zu Grundwasserabsenkungen und infolgedessen zu Gebäudeschäden. Der Landwirt Hans Möller aus Wacken führte deswegen bereits mehrere Prozesse.

Thomas Kleineidam, der die Betroffenen in Wacken seit über 20 Jahren unterstützt, bewertet die Umweltverträglichkeitsuntersuchung abschließend: „Das ist „Wissenschaft“, wie BAYER sie liebt und bezahlt - eben „Käufliche Wissenschaft“. Es ist peinlich, dass sich immer wieder diplomierte Akademiker finden, die sich für solche Auftragsarbeiten hergeben.“

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren ergänzt: „Beim TÜV handelt es sich um alles andere als eine unabhängige Aufsichtsinstanz. BAYER hat den Verband der Technischen Überwachungsvereine einst sogar mitgegründet und stellte jahrelang den Vorsitzenden. Von daher ist es wenig verwunderlich, dass der TÜV wiederholt Gefälligkeitsgutachten an BAYER geliefert hat. Da die Umweltverträglichkeits-Untersuchung offenkundig unvollständig ist, fordern wir die Behörden auf, keine Genehmigung für die MDI-Anlage zu erteilen!“.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) arbeitet seit 1978 zu allen Problemen, die von dem Chemie-Konzern BAYER verursacht werden. Vor drei Jahren hat die CBG den Wasserverbrauch der wichtigsten BAYER-Werke veröffentlicht.

weitere Informationen:
=> Bauern oder BAYER – wem gehört das Grundwasser?
=> Einwendung zur geplanten MDI-Anlage
=> CBG veröffentlicht Wasserverbrauch der BAYER-Werke
=> Streit ums Wasserwerk Wacken