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Hauptversammlung 2013
Valerie Williams

Fehlbildungen durch hormonale Schwangerschaftstests

Guten Tag. Mein Name ist Valerie Williams und ich spreche heute stellvertretend für die Opfer, die sich im Verein für durch hormonelle Schwangerschaftstests geschädigte Kinder in Großbritannien zusammengeschlossen haben. Ich spreche auch als Mutter eines Primodos-Opfers. Primodos, das in Deutschland unter dem Namen Duogynon auf dem Markt war, ist ein Medikament, das weitreichende Auswirkungen auf tausende Menschenleben, aber auch auf unsere Tier- und Pflanzenwelt hat und hatte.

Ich spreche heute von einer Tragödie, von entsetzlichen Missbildungen, die unzählige Menschen durch ihr Leben begleiten, weil sie in direkten Kontakt mit giftigen Chemikalien in Primodos/Duogynon gekommen sind. Als Primodos/Duogynon in den 50ern auf den Markt kam, konnte man Ihrem Beipackzettel unterschwellig entnehmen, dass dieses Medikament unseren Babys keinen Schaden zufügen würde.

Seither wurde eine Vielzahl an Forschungsergebnissen bekannt, die aufdecken, wie bemüht Sie waren, Ihre Integrität als angesehener Arzneimittelhersteller aufrechtzuerhalten und die erschütternden Auswirkungen, die Ihr Medikament Primodos/Duogynon auf den Fötus hatte, zu verschleiern.

Ich frage Sie: „Warum haben Sie, in Ihrem Bestreben, den Weltmarkt mit Ihrer Antibabypille zu erobern und eine „Östrogen-Dominanz“ herzustellen, entschieden, die gleichen chemischen Komponenten sowohl für die Pille als auch für Primodos/Duogynon zu benutzen, obwohl es sich um zwei völlig unterschiedliche Indikationen handelt?“

„Können Sie nachweisen, dass sowohl Primodos/Duogynon als auch die Pille vor mehr als 50 Jahren hinreichend als sicher getestet wurden?“

Wie viele Millionen Frauen auf der ganzen Welt glauben heute, dass die Einnahme der Pille als Verhütungsmethode sicher sei, wenn es doch seit 1986 bestätigte Anhaltspunkte gibt, dass der medizinische Leiter Ihrer Zweigstelle in Großbritannien, Dr. Briggs, seine eigenen Forschungsarbeiten vorsätzlich gefälscht hat. Zwei Monate vor seinem Tod im Jahr 2012 gestand Professor Briggs dem angesehenen Journalisten Brian Deer seine Betrügereien und Verschleierungsversuche hinsichtlich seiner gefälschten Studien zu Primodos/Duogynon und der Pille.

Können Sie bestätigen, dass es der Wahrheit entspricht, dass Dr. William Inman, der medizinische Leiter des Ausschusses für Arzneimittelsicherheit CSM in Großbritannien, vor dem Prozess in den 80ern als einer Ihrer Sachverständigen einen Ergänzungsbericht zu Ihren Gunsten geschrieben hat, und wenn dem so war, hat Dr. Inman von seiner Mitarbeit für Sie finanziell profitiert?

Ich möchte Sie gerne fragen, ob es wahr ist, dass Primodos/Duogynon eines Ihrer Hormonpräparate war, die während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen von Experimenten an Gefangenen, in diesem Fall an Frauen, in Auschwitz erforscht wurden, als Bayer Teil der IG Farben war.

Ich möchte mich wiederholen: als Primodos/Duogynon in den 50ern auf den Markt kam, konnte man Ihrem Beipackzettel unterschwellig entnehmen, dass dieses Medikament unseren ungeborenen Babys keinen Schaden zufügen würde. Warum leugnen Sie seit den 70ern beharrlich, dass Primodos/Duogynon unsere Babys geschädigt hat? Wir haben mittlerweile hinreichend gegenteilige Informationen, um sagen zu können, dass Chemikalien in Primodos/Duogynon auch verwendet wurden, um Föten abzutreiben, zu töten, zu schädigen.

Wie tausende andere Mütter konnte auch ich zu dem Zeitpunkt, als mir Primodos/Duogynon 1974 als Schwangerschaftstest verschrieben wurde, nicht wissen, dass dies einen solch weitreichenden Schnitt für mein Baby bedeuten würde, ein Schnitt so tief, einhergehend mit furchtbaren Schäden die die Einnahme von synthetischen Östrogenen, die nicht hinreichend erforscht waren, nach sich zog.

Die Opfer von Primodos/Duogynon haben sich diesen Weg nicht ausgesucht, ihr Weg wurde von Primodos/Duogynon vorbestimmt, ihnen mit verheerenden Konsequenzen aufgezwängt. In Großbritannien wurde 2012 eine Mutter schuldig gesprochen und muss eine Gefängnisstrafe absitzen, weil sie wissentlich Medikamente genommen hat, um ihr ungeborenes Baby im achten Schwangerschaftsmonat abzutreiben. Bayer Schering wurde BISHER noch nie rechtlich belangt, obwohl Ihr eigener medizinischer Leiter in Großbritannien Sie drängte, das Präparat Primodos/Duogynon wegen Zweifeln an seiner Sicherheit vom Markt zu nehmen.

Bestreiten Sie, dass Ihre eigenen Forschungsstudien an Ratten zur Erforschung der Sicherheit von Primodos/Duogynon im Jahr 1961 ein hohes Vorkommen von Fehlgeburten bei Ratten ans Licht gebracht haben, und warum hat es dann bis 1969 gedauert, bevor Sie einen Warnhinweis herausgebracht haben, um Ärzte davor zu bewahren, ohne es zu wissen das Schicksal ungeborener Babys zu bestimmen, indem sie Primodos/Duogynon als Schwangerschaftstest verordneten? Ich habe heute eine Kopie dieser Forschungsstudie hier, die die Warnung vor dem Präparat bekräftigt.

Warum haben Sie keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen wie Ihr Konkurrent Roussel Pharma in Frankreich, der 1969 seinen hormonellen Schwangerschaftstest Ammenore Forte sofort vom Markt genommen hat, nachdem er von Ihrer Warnung gehört hatte?

Ist es Ihre Strategie, darauf zu warten, dass die Opfer von Primodos/Duogynon sterben, und diese unschuldigen Opfer so um jede Gerechtigkeit und die ihnen rechtmäßig zustehenden Entschädigungen zu bringen?

Sind Sie sich dessen bewusst, dass das British Medical Journal, dass bereits 1950 die Auswirkung von großen Dosen Stilboestrol und Eithisteron auf die Sterblichkeit von Föten untersucht hat, im Jahr 1980 herausgefunden hat, dass in der Gruppe der Frauen, die den Hormonen ausgesetzt war, mehr Tumoren, großteils gutartige Tumoren der Fortpflanzungsorgane, gemeldet wurden als in der Vergleichsgruppe? Außerdem wurden in der Gruppe der Frauen, die den Hormonen ausgesetzt war, vier Fälle von Brustkrebs gemeldet.

Im Jahr 2010 berichtete der damalige Gesundheits-Staatssekretär Mike O’Brien dem Britischen Unterhaus, dass bei den Aufsichtsbehörden über die Jahre 3500 Meldungen über Nebenwirkungen der Wirkstoffe Norethisteron und Ethinylestradiol eingegangen seien, beides Komponenten von Primodos/Duogynon und der Pille. In drei Meldungen von Nebenwirkungen würde Primodos/Duogynon explizit erwähnt.

Haben Sie sich als Pharmaunternehmen und als Hersteller von Primodos klar gemacht, dass dieses Präparat nicht nur bei unseren ungeborenen Babys großen Schaden angerichtet hat, sondern auch in einem viel größeren Umfang unsere Wassersysteme auf der ganzen Welt verschmutzt hat? Ich frage Sie: „In welchem Umfang sind Sie bereit, dazu beizutragen, diese Entwicklung, die eine immer größere Schädigung der Menschen und unseres Planeten durch ihre Produkte bedeutet, umzukehren und ein viel grünerer Pharmakonzern mit einem menschlicheren und ökologischeren Gewissen zu werden?“

Sind Sie sich dessen bewusst, dass das Gremium der Vereinten Nationen hormonhemmende Chemikalien für eine weltweite Bedrohung hält? Hormonhemmende Chemikalien, wie Sie selbst sie herstellen und damit die wachsenden Risiken in Verbindung mit dem Anstieg hormonverändernder Chemikalien in Kauf nehmen.

Sind Sie sich der Bedenken der Europäischen Kommission bewusst, die seit 2001 sieben Milliarden Euro für Wissenschaftler in Cambridge, Großbritannien, für die Erforschung der potentiellen Auswirkungen von Chemikalien in unserer Umwelt zur Verfügung gestellt hat?

Ich bitte Sie als Aktivistin gegen einige Ihrer Chemikalien im Namen der Wissenschaft und im Namen der Menschlichkeit: Bitte hören Sie auf die sachkundigen Spezialisten, die sich mit der weltweiten Bedrohung für unsere Umwelt durch Chemikalien und mit der langfristigen Zerstörung unseres Planeten während der letzten 50 Jahre auskennen.

Ich bitte Sie als Aktionäre, die katastrophalen Veränderungen in unseren Wassersystemen, die einschneidende Auswirkungen auf zukünftige Generationen haben werden, als direkte Folge der Verwendung von Primodos/Duogynon und der Antibabypille zu betrachten. In dem amerikanischen „Report on Carcinogens“, einem Bericht über krebserzeugende Substanzen aus dem Jahr 2011, wird eine Studie zitiert, die durchgeführt wurde, um die Präsenz von Hormonen in Wasserproben zu bestimmen. Diese gibt an, dass in 8% der amerikanischen Abwasservorkommen Spuren von Norethisteron entdeckt wurden.

Der britische Landwirtschaftsminister wusste schon vor einigen Jahren von den Untersuchungsergebnissen bezüglich dem Vorkommen von Norethisteron im britischen Wassersystem, und davon dass es dazu beiträgt, dass hermaphrodite, also zweigeschlechtliche, Fische hervorgebracht werden. Dennoch schwieg er zwei Jahre lang, bevor diese die Tier- und Pflanzenwelt betreffenden Untersuchungsergebnisse veröffentlicht wurden. Großen Mengen künstlicher weiblicher Hormone ausgesetzt zu sein, kann nur zur Entwicklung einer intersexuellen Generation bei Menschen und in der Tierwelt beitragen.

Sie haben nun von diesen deutlichen Beweisen, die gegen die Verwendung von synthetischen Östrogenen sprechen, gehört, und in Ihrer Funktion als Aktionäre sind Sie nun in einer Position, in der Sie Druck auf Bayer aufbauen können, und wenn es nur dazu dient, weiteren Schaden von zukünftigen Generationen abzuwenden.

Abschließend möchte ich feststellen, dass es falsch ist zu sagen, dass die Opfer von Primodos/Duogynon, besonders die, die in der Erprobungsphase wahllos ausgesucht wurden und das Präparat nehmen mussten - mit der Konsequenz, dass ihre Bays abgetrieben oder getötet wurden, oder aber mit teils schwersten Behinderungen zu Welt kamen - keine Bauernopfer waren. Heute gibt es für die Opfer keine größere Herausforderung als die, ihren größten Widersacher Bayer Schering dazu aufzufordern, zuzugeben, dass es ein Fehler war, die Anwendung von Primodos/Duogynon als Schwangerschaftstest zuzulassen und die Mittäter in der Britischen Regierung, die die Opfer verraten haben, statt sie zu unterstützen, mit den Auswirkungen zu konfrontieren.

Die Überlebenden dieses Horrormedikaments sind dazu bestimmt, voller Stärke und Mut weiterzuleben, und das Gesetz der Gerechtigkeit, die ihnen durch Korruption und Betrug bisher verwehrt blieb, in Frage zu stellen. Sie stellen sich ihrem eigenen Schicksal und denen, die ihnen ein Leben ohne Behinderung geraubt haben, während ständige Kontrolluntersuchungen und medizinische Check-ups sie durch ihr ganzes Leben begleiten werden. Und diese eine bohrende Frage bleibt unbeantwortet: „Wird Primodos/Duogynon auch weiterhin eine Gefahr mit unbekannten Nebenwirkungen für die Opfer und ihre Mütter bleiben, weil das Präparat vor 50 Jahren nur unzureichend erforscht wurde?“

Danke, dass Sie diesem Bericht über das, was wohl der größte Medikamentenschwindel des 21. Jahrhunderts sein dürfte, zugehört haben.