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Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger, 30. April 2013

Einsicht in Vertrag gefordert

PROTEST Bayer und Universität lehnen Veröffentlichung bislang ab

Bei der Bayer-Hauptversammlung am vergangenen Freitag haben die Initiative Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und Transparency International demonstriert. Sie forderten die Offenlegung eines Vertrages zwischen dem Konzern und der Kölner Universität. Der Inhalt des Papiers ist bislang geheim, der Öffentlichkeit ist nur bekannt, dass es um eine Kooperation im Medizin-Bereich geht. "Es ist wichtig, dass es unabhängige Forschung gibt", sagte CBG-Sprecher Phillip Mimkes. "Unabhängige Studien, etwa im Bereich der Toxikologie, bekommen andere Ergebnisse, als von Firmen gesponserte Studien."

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Initiative mit einer Klage vor dem Kölner Verwaltungsgericht bereits die Einsicht in den Vertrag gefordert - und verloren. Mit seinem Anliegen ist Mimkes in Berufung gegangen, der Fall soll nun vor dem Oberverwaltungsgericht Münster verhandelt werden. Mimkes glaubt aber nicht, dass es noch in diesem Jahr zum Prozess kommt.

Auch vor den Bayer-Aktionären setzte sich Angela Spelsberg von Transparency International für die Offenlegung ein. In ihrer Rede fragte sie unter anderem, wem die Forschungsdaten gehörten und wer über die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in der Kooperation mit der Universität entscheide. Mit der Begründung, es handele sich um Betriebsgeheimnisse, seien die Kritiker bislang ignoriert worden. Dafür habe es Beifall vom Publikum gegeben. "Mehrere Aktionäre sind zu uns gekommen und wollten mit uns gegen den Vorstand stimmen", so Mimkes. Auch Spelsberg ist zufrieden: "Auf lange Sicht ist diese Geheimhaltung extrem rufschädigend für Bayer."
VON ANGELA SOMMERSBERG

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