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FRANKFURTER RUNDSCHAU, 7. Dezember 2001

Töchter sollen eigene Wege gehen

LEVERKUSEN (rtr/dpa/fr). Die Bayer-Manager wollen den Chemie- und Pharmakonzern umbauen. Unter dem Dach einer Holding sollen die vier Sparten Chemie, Polymere, Gesundheit und Pflanzenschutz zu rechtlich selbstständigen Kapitalgesellschaften werden. Der Aufsichtsrat hat dem Konzept des Vorstandes zugestimmt. Die Hauptversammlung muss über die Neuordnung noch entscheiden. Die neue Struktur soll Anfang 2003 stehen.
"Wir bauen weiter auf unsere Vier-Säulen-Strategie, wollen aber die Organisationsform verändern, um in den jeweiligen Märkten noch schlagkräftiger operieren zu können", sagt Vorstandschef Manfred Schneider. Schon im September hatte die Führungsriege entschieden, die Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz künftig als eigenständige Einheiten zu führen. In dem Zweig Polymere sollen die Geschäftsfelder Kautschuk, Polyurethane, Lackrohstoffe und Kunststoffe zusammengefasst werden. Beim geplanten Zusammenschluss der Arbeitsgebiete Chemikalien und Spezialprodukte zur Chemiesparte habe "die Notwendigkeit einer geplanten strategischen Partnerschaft eine wesentliche Rolle" gespielt, sagt Schneider. Auf dem Weltmarkt zeichne sich ein Konzentrationsprozess ab. Eine Kooperation soll helfen, Kompetenzen zu erweitern und die Präsenz in großen Wirtschaftsregionen, insbesondere in den USA, zu stärken.
Neben dem Umbau will sich das Unternehmen von zwei Firmen trennen. Käufer werden für Haarmann & Reimer, einen der größten Duft- und Geschmacksstoffproduzenten der Welt, und für die Rhein Chemie, ein Zulieferer für die Kunststoffbranche, gesucht. Zudem soll der 50-prozentige Anteil an der Gesellschaft Polymer-Latex abgegeben werden.
Der Verein Coordination gegen Bayer-Gefahren befürchtet, dass die Aufspaltung des Konzern Nachteile für die Belegschaft bringen könnte. Tausenden Beschäftigen drohten Einkommenseinbußen oder der Verlust des Arbeitsplatzes.