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March against Monsanto
Protest in der Düsseldorfer Altstadt
Redebeitrag der CBG
GenPatente von BAYER
(draufklicken für höhere Auflösung)

Düsseldorf, 24. Mai 2014

„March Against Monsanto”

Toller Monsanto-Aktionstag in Düsseldorf: rund 1.000 Teilnehmer/innen, gute Stimmung und Sonnenschein.

Redebeitrag von Philipp Mimkes

Liebe Freundinnen und Freunde,

die //Coordination gegen BAYER-Gefahren// beschäftigt sich seit 35 Jahren mit den Risiken, die von dem Chemie-Konzern Bayer ausgehen. Die Werke von Bayer liegen wie in einem Halbkreis rund um Düsseldorf: Krefeld, Dormagen, Leverkusen und Wuppertal.

Wir beteiligen uns heute am „March against Monsanto“ um darauf hinzuweisen, dass die Firmen Monsanto und Bayer eine lange gemeinsame Geschichte haben:

=> Monsanto und Bayer gründeten in den 60er Jahren die gemeinsame Tochterfirma MoBay (Mo für Monsanto, Bay für Bayer). MoBay gehörte zu den Unternehmen, die das giftige Entlaubungsmittel Agent Orange für den Vietnamkrieg lieferten. Die Bevölkerung in Vietnam leidet bekanntlich bis heute unter den schrecklichen Folgen.

=> im vergangenen Jahr haben wir eine Recherche am Europäischen Patentamt gemacht. Hierfür haben wir alle 2.000 Patente geprüft, die in Europa auf Pflanzen erteilt wurden.
Bayer lag mit 206 Patenten, unter anderem auf Mais, Weizen, Reis, Soja, Baumwolle und sogar auf genmanipulierte Bäume, auf dem 1. Platz. Monsanto liegt auf Platz vier.

=> Monsanto und Bayer haben im Bereich Gentechnik ein sehr ähnliches Geschäftsmodell: sie verkaufen genmanipuliertes Saatgut, z.B. Soja, Mais oder Baumwolle, das resistent gegen ein hauseigenes Herbizid ist. Glyphosat im Fall von Monsanto, Glufosinat im Fall von Bayer. Durch den Kauf des Saatguts sind die Landwirte somit gezwungen, im Doppelpack auch das korrespondierende Pestizid zu kaufen.
Der Wirkstoff von Bayer, Glufosinat, ist so giftig (insb. embryonenschädigend), dass die EU das Präparat vom Markt nimmt. Dies hindert Bayer nicht, in den USA momentan eine neue Glufosinat-Fabrik zu bauen. Ein klassischer Fall doppelter Sicherheits-Standards.

Da immer mehr Wildpflanzen gegen Herbizide immun werden (so wie es die Umweltbewegung stets vorhergesagt hat), haben Bayer und Monsanto inzwischen ihre Patente ausgetauscht. Bayer bietet nun auch die Glyphosat-Resistenz an, die ursprünglich von Monsanto stammt, und umgekehrt.
Das bedeutet, dass neues Soja- oder Mais-Saatgut gegen zwei oder sogar drei Herbizide resistent ist. Die Landwirte spritzen dann einen Gift-Cocktail mit mehreren Wirkstoffen, um der resistenten Wildkräuter noch irgendwie Herr zu werden. Statt weniger Giftstoffe, wie einst von der Industrie versprochen, kommen also immer mehr Pestizide auf den Acker.

=> abschließend möchte ich an einen Skandal erinnern, der die öffentlichen Haushalte Milliardensummen kostet und Tausende Menschen vergiftet hat: überall im Land sind öffentliche Gebäude mit giftigen PCB verseucht – Schulen, Universitäten, Kindergärten. Hier in Düsseldorf ist z.B. die Universität betroffen. In Bochum werden gerade die ingenieurswissenschaftlichen Gebäude wegen PCB-Kontaminationen abgerissen; allein dies kostet den Steuerzahler mehr als 100 Mio Euro.
In Köln ist das UniCenter betroffen. Die Sanierung kostet etwa 30 Millionen.

Die weltweit größten PCB-Hersteller waren: Monsanto auf Platz eins und Bayer auf Platz 2. Über Jahrzehnte hinweg kannten die beiden Firmen die Risiken von PCB. Trotzdem stellten sie den Verkauf nicht ein. Heute müssen sie sich mit keinem einzigen Euro an den horrenden Sanierungskosten beteiligen.

Wir haben vor vier Wochen in der Hauptversammlung von Bayer eine Haftung des Konzerns für diese Schäden gefordert. Und natürlich fordern wir dies auch von Monsanto.

Insofern ist der heutige “March Against Monsanto” ebenso ein “March Against Bayer”, ein March Against Syngenta” und ein „March against BASF“.

Einladung

Unter dem Motto "March against Monsanto" finden am Samstag weltweit Kundgebungen gegen die Agro-Gentechnik und für gesunde Nahrungsmittel statt. In Düsseldorf befindet sich die Deutschland-Zentrale des Konzerns.

MONSANTO und BAYER haben viel gemeinsam
=> beide Firmen bieten genmanipuliertes Saatgut in Kombination mit hochgiftigen Herbiziden (Glyphosat bzw. Glufosinat) an;
=> MONSANTO und BAYER waren über Jahrzehnte hinweg die größten Hersteller giftiger PCB, mit denen Tausende öffentlicher Gebäude kontaminiert sind (mehr Infos);
=> die beiden Unternehmen gründeten einst eine gemeinsame Tochterfirma, MoBay, die Agent Orange für den Vietnamkrieg produzierte;
=> beide Firmen gehören zu den Marktführern bei Saatgut und Pestiziden und besitzen hunderte Patente auf transgene Pflanzen (mehr Infos).

MONSANTO steht daher symbolisch für alle Agro-Konzerne. Wir mobilisieren am Samstag gegen genmanipuliertes Saatgut, Patente auf Leben, Lobbyismus und Agrar-Spekulationen und für Saatgut- und Artenvielfalt, öko-regionale Bauernwirtschaft und die Aufklärung der Bevölkerung. Nach der Demonstration findet am Graf Adolf Platz ein Straßenfest statt.

Wir fordern: