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Abwasser

26. März 2015

BAYER-Geschäftsbericht 2014

VSR-Gewässerschutz: Stellungnahme zu Wasserverschmutzung

Mit „Wassernutzung und Emissionen in das Wasser“ ist ein Abschnitt des Geschäftsberichtes 2014 von BAYER überschrieben. Wer jetzt erwartet, Informationen über die Belastung der an den Standorten vorbei fließenden Flüsse wie dem Rhein zu erhalten, wird enttäuscht. Durch die Zusammenfassung von vielen Daten versucht die Konzernleitung auch diesmal, die von ihrer Produktion ausgehenden Umweltbelastungen zu verschleiern.

Ein Beispiel soll diese Taktik erläutern. So kann der Tabelle 3.12.7 auf Seite 137 entnommen werden, dass BAYER im letzten Jahr 6,8 Tonnen Schwermetalle ins Wasser emittiert hat. Um welche Stoffe es sich handelt, verschweigt die Konzernleitung. Mit der Bezeichnung Schwermetalle wird eine Gruppe von Metallen zusammengefasst. Durch das Fehlen einer eindeutigen, wissenschaftlich akzeptierten Definition des Begriffes „Schwermetall“ gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen - welche BAYER verwendet ist dem Bericht aber nicht zu entnehmen. Sie schreiben zwar, dass sich die emittierte Menge insgesamt verringert hat. Ob sich dadurch auch die Umweltgefährdung reduziert, ist dieser Angabe aber nicht zu entnehmen. Jedes Schwermetall hat ein unterschiedliches Gefährdungspotential. Eine Verringerung der Gesamtmenge kann man auch dadurch erreichen, dass man z.B. die Einleitung weniger gefährlicher Schwermetalle verringert. Wenn sich gleichzeitig die Menge der hochgefährlichen Schwermetalle vergrößert, kann es trotz der Mengenreduzierung zu einer Erhöhung der Umweltgefahren kommen.

Auch ist wegen der Summierung der Schwermetall-Frachten aller BAYER-Werke nicht zu entnehmen, in welche Gewässer diese Stoffe eingeleitet werden und aus welchen Produktionen die Stoffe emittiert werden. Wegen dieser grundsätzlichen Probleme ist eine Bewertung der Umweltgefährdung durch die Emissionen nicht möglich. Die Veröffentlichung dieser Zahlen liefert in der dargestellten Art keine essentiellen Informationen, welche Belastungen z.B. der Rhein oder andere Flüsse durch die Standorte von BAYER ausgesetzt ist. Eine Diskussion über mögliche weitere Reduzierungen ist daher nicht möglich.

Die Salzfracht ist ebenso wenig bewertbar. Denn auch die Gruppe der anorganischen Salze ist sehr groß. Hierzu gehört zum Beispiel Kochsalz (NaCl). In kleinen Konzentrationen ist es ungefährlich, in hoher Konzentrration hochproblematisch (siehe hierzu die Studien auf unserer Seite www.vsr-gewaesserschutz.de/16.html).

Im Geschäftsbericht 2014 von BAYER heißt es:

Emissionen in das Wasser 2010 – 2011 – 2012 – 2013 - 2014
Phosphor (in 1.000 t/a) 0,09 - 0,08 - 0,15 - 0,11 - 0,10
Stickstoff (in 1.000 t/a) 0,49 - 0,53 - 0,70 - 0,69 - 0,76
Schwermetalle (in 1.000 t/a) 0,0114 - 0,0108 - 0,0098 - 0,0091 - 0,0063
Anorganische Salze (in 1.000 t/a) 866 – 926 - 1.048 – 946 – 845

Weitere Informationen finden sich auf der website des VSR-Gewässerschutz