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UNO-Report

20. Dezember 2001

Bericht der UNO bekräftigt Vorwurf:

Bayer-Tochter H.C. Starck bezieht Rohstoffe aus Bürgerkriegsgebiet

Ein zweiter Bericht der Vereinten Nationen bestätigt den Verdacht, dass die Bayer-Tochter H.C. Starck Rohstoffe aus dem kongolesischen Bürgerkriegsgebiet bezieht und damit den mörderischen Konflikt am Leben erhält. Nach Angaben der UN wird der Krieg in Zentralafrika wegen des Zugangs zu fünf strategischen Rohstoffen, darunter das in der Elektronik-Industrie verwendete Metall Tantal, geführt. H.C. Starck ist der weltweit größte Produzent von Tantal. Das International Rescue Committee schätzt, dass in Folge der Kriegshandlungen seit 1997 rund 2,5 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben.

Das Mineral Tantalit wird im Osten des Kongo abgebaut, der von der Rebellenarmee RCD kontrolliert wird. Die UN hatte bereits im Frühjahr in einem ersten Bericht ein Embargo gefordert, da sich alle Kriegsparteien mit dem Verkauf von Rohstoffen finanzieren. Nun haben die Vereinten Nationen einen Folgebericht ("Addendum") vorgelegt, der erneut auf die deutsche Mitverantwortung bei der Tantalit-Ausbeutung hinweist und ein Importstop fordert.

H.C.Starck hatte erst im Oktober zugegeben, Tantalit aus dem von Rebellen besetzten Teil des Kongo zu beziehen. Die Bayer-Tochter weigert sich jedoch, ihre Zulieferer zu nennen. Händler und Unternehmen im Osten des Kongo zahlen hohe Abgaben und Zölle an die RCD, die hiermit Soldaten rekrutiert und Waffen kauft. Philipp Mimkes, Sprecher der Coordination gegen BAYER-Gefahren: "H.C. Starck macht im Kongo blutige Profite. Die Firma trägt Mit-Verantwortung für Umweltzerstörung und grauenhafte Kämpfe. Wir fordern Starck auf, den Tantal-Import aus Zentralafrika umgehend einzustellen."

Werner Paczian, Sprecher von Rettet den Regenwald, warnt: "Mit den Menschen sterben auch die einzigartigen kongolesischen Urwälder, die von sämtlichen Kriegsparteien rücksichtslos geplündert werden. Als Nahrung dient den Milizen vor allem so genanntes bushmeat, darunter Gorillas, Elefanten und Schimpansen."
Das Addendum der UN weist zudem darauf hin, dass große Mengen Tantalit aus dem Kongo nach Kasachstan geliefert werden und dort von staatlichen Atomfirmen verarbeitet werden. H.C. Starck kooperiert seit Anfang der 90er Jahre bei der Verarbeitung nicht-eisenhaltiger Metalle eng mit der kasachischen Atomindustrie, was in der Vergangenheit zu großen Umweltschäden führte.

UN-Report: www.un.org/Docs/sc/letters/2001/1072e.pdf

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