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Toxikologie

20. Januar 2000

Nachfolge des Toxikologen Prof. Wassermann

Offener Brief an Heide Simonis

Zahlreiche Umwelt-Initiativen wenden sich gegen die Schwächung des Instituts für Toxikologe der Universität Kiel. In einem Offenen Brief an Ministerpräsidentin Heide Simonis fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren die Unabhängigkeit des Instituts, die Beibehaltung des C4-Lehrstuhls für Toxikologie und die Suche eines adäquaten Nachfolgers für Prof. Otmar Wassermann.
Prof. Wassermann wird in diesem Jahr emeritieren. Die Landesregierung plant, seinen Lehrstuhl künftig der Pharmakologie unterzuordnen und die zentralen Arbeitskreise Umwelttoxikologie und Umweltmedizin dem umstrittenen Hygiene-Institut zuzuschlagen.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), die von mehr als 1000 Unterstützern getragen wird, fordert angemessene Ausstattung und politische Rückendeckung für das Institut. Die CBG setzt sich seit 20 Jahren für eine von Giften freie Umwelt ein, häufig greift der Verein dabei die Ergebnisse kritischer Toxikologen und Chemiker auf.
Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG: “Täglich werden wir mit neuen Chemikalien konfrontiert. Dabei sind Tausende von Stoffen nie auf ihre Toxizität hin untersucht worden.” Mimkes beklagt die Abhängigkeit der meisten deutschen Experten von Aufträgen der Chemischen Industrie. Das Institut für Toxikologie der Uni Kiel gehöre bislang zu den löblichen Ausnahmen. “Nur eine gut ausgerüstete und unabhängige Forschung kann sich für die Gesundheit der Bevölkerung einsetzen.”
Während andere europäische Länder die Toxikologie deutlich aufwerten, wurden in Deutschland in den letzten Jahren 7 von 17 Lehrstühlen geschlossen. Experten befürchten eine Verschlechterung der Sicherheit von Medikamenten und einen verringerten Arbeitsschutz.