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Davos

28. Januar 2000

Protest gegen Weltwirtschaftsforum in Davos:

Unabhängigkeit der UN bewahren

Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos kritisieren Nichtregierungsorganisationen den wachsenden Einfluss großer Unternehmen auf die Vereinten Nationen. 50 Initiativen aus aller Welt veröffentlichten eine Erklärung, nach der sich die Politik mehr an den Problemen der breiten Bevölkerung orientieren soll. Dem Lobbyismus der Industrie müssten Grenzen gesetzt werden. Gemeinsame Programme von UN und multinationalen Konzernen, wie z.B. das Entwicklungsprogramm Global Sustainable Development Facility, werden in der gemeinsamen Erklärung energisch abgelehnt.
“Das Weltwirtschaftsforum ist ein Beispiel für die unkontrollierte Macht der Konzerne. Genau dagegen richteten sich die Proteste von Seattle,” sagt Olivier Hoedeman vom Corporate Europe Observatory in Amsterdam. “Die UN muss die großen Unternehmen überwachen und für Schäden haftbar machen.”
Der aus Deutschland stammende Forums-Präsident Klaus Schwab erklärte vor dem Beginn des Treffens, in einer komplexen Welt gehe es darum, flexible Netzwerke zu errichten, die eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierungen, internationalen Organisationen und Unternehmen ermöglichten. Vor exakt einem Jahr hatte UN Generalsekretär Kofi Annan eine Partnerschaft von UN und großen Unternehmen angekündigt. Daraufhin wurden Kooperationen mit McDonald´s, Disney, BP, Chevron und der Internationalen Handelskammer ICC gestartet.
Hierzu Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: “Die Interessen der Bevölkerung werden von den Vereinten Nationen vertreten – nicht von der WTO, dem Weltwirtschaftsforum oder industriellen Lobbyverbänden. Wir protestieren gegen die Verquickung von Regierungen, UN und multinationalen Unternehmen.”