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Strafzahlung

3. März 2000

Wegen ungenehmigtem Export von Chemikalien:

US Handelsministerium verhängt Strafe gegen Bayer AG

Das Bureau of Export Administration, Teil des US-Handelsministeriums, hat am Mittwoch eine Strafe von 200.000 US$ gegen die amerikanische Bayer Corporation verhängt. Die Diagnostika-Abteilung des Unternehmens hatte zwischen 1994 und 1997 Glukose und andere Chemikalien exportiert, ohne die hierfür erforderlichen Ausfuhrgenehmigungen einzuholen. Die US-Regierung reglementiert den Verkauf von Glukose, da diese für den Bau chemischer und biologischer Waffen verwendet werden kann. Insgesamt wurden 57 Fälle beanstandet, u.a. Exporte nach Malaysia, Süd Korea, Taiwan und Südafrika. Das Handelsministerium greift ein, wenn es die nationale Sicherheit gefährdet sieht oder wenn ein Verdacht auf Weitervergabe von Waffentechnologie vorliegt.
Die amerikanische Bayer Corporation ist eine 100%ige Tochter der Leverkusener Bayer AG. Kritiker werfen dem Konzern seit Jahren vor, risikoreiche Chemikalien bedenkenlos zu exportieren. Das Unternehmen wollte die Strafe zunächst nicht kommentieren.
Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: “Die Firma Bayer ist die Erfinderin chemischer Waffen und hat in beiden Weltkriegen Kampfstoffe entwickelt. Bayer trägt daher eine besondere Verantwortung, die Herstellung von Chemiewaffen zu unterbinden. Der Fall zeigt, dass Exportkontrollen dringend verschärft werden müssen – auch in Europa.” Die neueste Generation chemischer Kampfstoffe, die sogenannten VX-Gase der US Armee, gehen ebenfalls auf ein Patent von Bayer zurück.