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Gegenanträge

16. März 2000

Zur Bilanzpressekonferenz der Bayer AG:

Kritische Aktionäre kündigen Protest auf Hauptversammlung an

Anlässlich der heutigen Bilanzpressekonferenz der Bayer AG kündigen Kritische Aktionäre Proteste gegen die Geschäftspolitik des Unternehmens an. Die Kritiker wollen auf der Hauptversammlung am 28. April die “Kehrseite der Gewinn-Milliarden” beschreiben und in den nächsten Tagen rund 20 Gegenanträge einbringen.
Schwerpunkt der Aktionen wird die Forderung nach einem Verkaufs-Stopp hochgefährlicher Pestizide sein. Die Bayer AG, Nummer 6 auf dem Weltmarkt für Pestizide, hatte 1996 angekündigt, bis zum Jahr 2000 die Produktion der gefährlichsten Wirkstoffe einzustellen. Doch bis heute sind risikoreiche Pestizide in aller Welt frei erhältlich. Jährlich sterben mindestens 20.000 Landarbeiter an Vergiftungen, im vergangenen Jahr dokumentierten philippinische Ärzte schwere Vergiftungsfälle durch Bayer-Pestizide rund um Bananen-Plantagen. In Peru starben 24 Schulkinder – wahrscheinlich durch Parathion, enthalten im Bayer-Produkt Folidol. Auf der Hauptversammlung werden Vertreter des Pestizid Aktions-Netzwerks und ausländische Gäste zum Thema sprechen.
Philipp Mimkes von den Kritischen Bayer-Aktionären: “Der Konzern muß seiner Verantwortung endlich gerecht werden und den Verkauf dieser hochgiftigen Agrochemikalien einstellen. Die Verantwortung für die zahlreichen Vergiftungen liegt beim Hersteller, denn ein effektiver Schutz existiert nicht, schon gar nicht in armen Ländern.” Mimkes fordert, dass alle von der Weltgesundheitsorganisation WHO als “extrem gefährlich” eingestuften Pestizide vom Markt genommen werden.
Ein weiteres Thema auf der Hauptversammlung wird der Verkauf verunreinigter Tier-Arzneien sein. In Holland erkrankten Rinder in 7.000 Betrieben, nachdem sie gegen Grippe geimpft wurden. Tausende Tiere starben, der Schaden beträgt bis zu 100 Millionen Mark. Am Montag dieser Woche forderte ein Gericht Bayer auf, die betroffenen Bauern zu entschädigen.