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Ozon-Killer

10. Mai 2000

Herstellung verbotener FCKW in die USA verlagert:

BAYER produziert Ozon-Killer trotz Verbots in Deutschland

Das Leverkusener Unternehmen Bayer produziert in den USA Chemikalien, die in Deutschland seit fast 10 Jahren verboten sind. Im texanischen Werk Baytown stellt der Konzern große Mengen Dichlordifluormethan (R12) und Trichlorfluormethan (R11) her, obwohl beide Stoffe zu den gefährlichsten FCKW gehören und die Ozon-Schicht schädigen. Seit dem Abkommen von Montreal ist die Herstellung von R11 und R12 international streng begrenzt. In Deutschland wurde die Produktion durch die FCKW-Halon-Verbotsverordnung von 1991 untersagt.
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker an der FH Mannheim und Beirat der Coordination gegen BAYER-Gefahren: ”Die Herstellung von R11 und R12 durch das Unternehmen Bayer ist ein ungeheuerlicher Anschlag auf Umwelt und Gesundheit. Bayer missachtet bedenkenlos die von der Chemischen Industrie selbst gesetzten Regeln des responsible care. Wie verträgt sich dieses Verhalten mit der immer wiederkehrenden Behauptung, im Ausland würden keine Stoffe produziert, die in Deutschland verboten sind?” Rochlitz war Abgeordneter im Deutschen Bundestag und Mitglied der Enquète Kommission Schutz des Menschen und der Umwelt.
Im aktuellen Geschäftsbericht des Konzerns heißt es: ”In allen Ländern und Erdteilen gelten für Bayer die gleichen Maßstäbe”. Die Herstellung von R11 und R12 wurde bekannt, da in den USA strengere Regeln für die Offenlegung von Produktionskennzahlen gelten als in Deutschland. Die aktuellsten Daten betreffen das Jahr 1997. Das Unternehmen verweigert bislang Auskunft darüber, ob und in welchem Umfang R11 und R12 auch im laufenden Geschäftsjahr hergestellt werden und womit der Verstoß gegen die eigenen Grundsätze begründet wird.