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Bienensterben

25. Oktober 2000

Pestizide verursachen Bienen-Sterben

Französische Imker demonstrieren vor BAYER-Fabrik

1.500 Imker aus ganz Frankreich demonstrieren heute vor einer Fabrik des Unternehmens BAYER in Cormery nahe Tours. Sie fordern den Leverkusener Konzern auf, den Pestizid-Wirkstoff Imidacloprid vom Markt zu nehmen, da dieser für das größte Bienen-Sterben der letzten Jahrzehnte verantwortlich ist. 250 Imker reisen mit Traktoren an und werden vor dem Werk leere Bienenstöcke aufbauen. Imidacloprid, enthalten in den Produkten Gaucho und Confidor, wird für das Absterben von 40% aller französischen Bienenvölker in den vergangenen sechs Jahren verantwortlich gemacht.
Bereits gestern organisierte der Zusammenschluss der französischen Imker-Verbände Coordination des Apiculteurs de France Kundgebungen in über 30 Städten. Die Protestaktion wird unterstützt vom Französischen Verband der Agrargewerkschaften FNSEA sowie von der radikaleren Conféderation Paysanne. Die Imker-Organisationen fordern ein endgültiges Verbot von Gaucho und Confidor auf allen Kulturen - besonders im Mais-Anbau werden große Mengen Imidacloprid eingesetzt.
Im Januar 1999 war Gaucho für die Verwendung im Sonnenblumen-Anbau vorläufig verboten worden. Das Unternehmen Bayer scheiterte im vergangenen Dezember vor Gericht mit einer Klage gegen das Verbot. In den Niederlanden wurde Gaucho im Januar auf allen freien Flächen verboten. Die Zulassung der französischen Aufsichtsbehörde ist besonders wichtig, da sie von zahlreichen afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern übernommen wird, die keine eigenen Aufsichtsbehörden unterhalten.