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Brasilien

Pressemitteilung vom 11. Januar ´99

Nach dem Bericht der ARD - Tagesschau:

BAYER - Konzern zur Rücknahme von Pestiziden aufgefordert

Die ARD berichtet heute, daß die Staatsanwaltschaft des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais gegen das deutsche Unternehmen Bayer ermittelt. Hintergrund für die Untersuchung ist die Vergiftung hunderter Kaffeebauern durch das Pestizid Baysiston. Mindestens zwölf Fälle verliefen tödlich. Alleiniger Hersteller von Baysiston ist der Leverkusener Bayer-Konzern. Obwohl seit Jahren Hinweise auf die Gesundheitsschäden des Pestizids vorliegen, weigert sich der Konzern, das Mittel vom Markt zu nehmen.

Hierzu Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Der Konzern muß seiner Verantwortung endlich gerecht werden und den Verkauf dieser hochgiftigen Agrochemikalien einstellen. Von dem Pestizideinsatz profitieren lediglich Produzenten wie Bayer sowie skrupellose Plantagenbesitzer; die Gesundheit der Landarbeiter bleibt auf der Strecke. Es ist zynisch, wenn das Unternehmen den Betroffenen die Schuld für die Vergiftungen mit dem Hinweis zuschiebt, sie müßten selbst für wirksame Schutzkleidung sorgen. Die Verantwortung liegt beim Hersteller, denn ein effektiver Schutz gegen diese Gifte existiert nicht, schon gar nicht in armen Ländern. Alle Pestizide, die die Weltgesundheitsorganisation WHO als „extrem gefährlich“ einstuft, müssen sofort vom Markt genommen werden.“

Auch die Gesellschaft für staatliche Zusammenarbeit (GTZ) spricht sich in der ARD gegen den Verkauf von Baysiston aus. Die Leverkusener Bayer AG gehört weltweit zu den sechs größten Pestizid-Herstellern. Nach Angaben der WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen schwere Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich.