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Bienensterben

Pressemitteilung vom 15. Januar ´99

Nach dramatischem Rückgang der Bienen-Populationen:

Französische Imker protestieren gegen BAYER - Pestizid

Am heutigen Freitag entscheidet das französische Landwirtschafts-Ministerium über die weitere Zulassung des Pestizids Gaucho. Der französische Imker-Verband Union National d´Apiculteurs (UNAF), der 50.000 Imker vertritt, fordert das Verbot von Gaucho. Das Spritzmittel, das von dem deutschen Unternehmen Bayer hergestellt wird, wird für das Absterben von 40% aller französischen Bienenvölker verantwortlich gemacht. Gaucho wird in Frankreich seit 1994 im Sonnenblumen-Anbau eingesetzt.

Imker aus ganz Frankreich protestierten in Paris gegen die weitere Verwendung von Gaucho. Allein 800 Imker demonstrierten unter dem Eifelturm, um ein Verbot des Mittels zu erreichen. Naturschützer befürchten infolge des Rückgangs der Bienenpopulationen das Aussterben von bis zu 30.000 Pflanzenarten.

Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Die Bienengefährlichkeit von Gaucho ist seit langem bekannt, von einer weiteren Zulassung profitiert lediglich der Produzent. Wir fordern Bayer auf, das Mittel zurückzuziehen. Das französische Landwirtschaftsministerium sollte den Umweltschutz höher einstufen als das Gewinninteresse der Giftproduzenten“. Die Zulassung der französischen Aufsichtsbehörde ist besonders wichtig, da sie von zahlreichen afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern übernommen wird, die keine eigenen Aufsichtsbehörden unterhalten.

Die Leverkusener Bayer AG gehört weltweit zu den sechs größten Pestizid-Herstellern. Nach Angaben der WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen schwere Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich.