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STICHWORT BAYER 04/2015

Liebe Leserinnen und Leser,

zur Abwechslung einmal eine gute Nachricht: Das Stichwort BAYER (SWB) hat den Ticker wieder mit an Bord. Im letzten Jahr hatten wir uns aus Kostengründen schweren Herzens dazu entschlossen, ihn nicht länger in gedruckter Form, sondern nur noch digital erscheinen zu lassen. Auf diese Weise konnte er zwar weiterhin als Chronik der laufenden BAYER-Ereignisse dienen und damit seiner wichtigen Archiv-Funktion nachkommen, aber es war trotzdem längst nicht dasselbe. Wenn eine solche Text-Menge für die LeserInnen nicht ansprechend aufbereitet ist, dann findet sie kaum Beachtung. Und sich von Anfang bis Ende durch ein solches Konvolut zu scrollen, artet wirklich schon in Bildschirm-Arbeit aus. Sogar für uns selbst schien sich der Ticker irgendwie in den endlosen Weiten des Internets verloren zu haben.

Darum haben wir alles daran gesetzt, wieder einen Ticker zum Anfassen zu produzieren und schafften es schließlich auch. Nicht zuletzt die erfreuliche Entwicklung unseres „Stichwort BAYER“-Förderkreises ermutigte uns dazu, es noch einmal zu wagen. Die Beilage ist jedoch noch etwas schwach auf der Brust und hat noch nicht wieder die alte Seiten-Stärke erreicht. Um das zweite Leben des Tickers auf eine solidere Basis zu stellen, muss sich der Förderkreis also noch erweitern, wenn Sie also speziell den publizistischen Arm der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN stärken wollen ...

Eine Unterstützung der sonstigen CBG-Arbeit käme uns natürlich auch gelegen. Vielleicht möchten Sie dabei der Aufforderung des bekannten Kabarettisten Wilfried Schmickler auf der Seite 36 folgen. Da hat er sich nämlich in den Dienst der Coordination gestellt und wirbt um Fördermitgliedschaften und Spenden. Ganz in der Nähe von BAYERs Stammsitz Leverkusen aufgewachsen, hat Schmickler nämlich so seine eigenen Erfahrungen mit dem Konzern.

Gegenwärtig spielt das Unternehmen der Stadt übel mit: Die Kommune, die das zurzeit wertvollste DAX-Unternehmen beherbergt, nagt am Hungertuch und muss beim „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ Unterschlupf suchen. Wie das zusammenpasst, erläutert Stichwort BAYER in diesem Heft. Der Global Player spekuliert derweil darauf, durch das Freihandelsabkommen TTIP noch ein wenig wertvoller zu werden. Mit Umsatz-Zuwächsen in dreistelliger Millionen-Höhe rechnet er, unter anderem durch Zoll-Senkungen und die Vereinheitlichung von Vorschriften. Zu den Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte unseren Artikel zum Thema. Die Verhandlungen über die „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ laufen hinter geschlossen Türen ab, die nur den LobbyistInnen von BAYER & Co. offenstehen. Genauso geheim will der Pharma-Riese auch den Forschungsvertrag halten, den er mit der Kölner Universität abgeschlossen hat. Die Coordination hat deshalb auf Einsichtnahme geklagt; näheres zum Urteil findet sich in dieser Ausgabe.

Zudem berichtet das SWB über Entwicklungshilfe à la BAYER, die nach dem Motto „Verhütungsmittel für die Welt“ verfährt und damit de facto Bevölkerungspolitik betreibt. Und dann haben wir in diesem Quartal noch einen Text über alles andere als amtliche, nämlich von den Unternehmen selbst festgelegte Pestizid-Grenzwerte im Angebot. Also ganz interessanter Lesestoff für die länger werdenden Herbst-Abende, hofft

Jan Pehrke