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Gentechnik

Pressemitteilung vom 17. Juni 99

Protest gegen Gentechnik, Pestizide und ungerechten Welthandel:

Demonstration von 500 indischen Landarbeitern am BAYER-Werk Leverkusen

18. Juni, 11 Uhr, S-Bahnhof Bayerwerk, Leverkusen
Pressekonferenz: 18. Juni, 12 Uhr, Marktplatz Leverkusen

Im Rahmen der Intercontinentalen Karawane für Solidarität und Widerstand demonstrieren am morgigen Freitag 500 indische Bauern vor dem Leverkusener Bayer-Werk gegen ungerechten Welthandel, gefährliche Pestizide und den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Die Demonstration will auf rücksichtslose wirtschaftliche Entwicklungen aufmerksam machen, die die Interessen der großen Mehrheit der Weltbevölkerung gefährden. Die Karawane besucht in vier Wochen 12 europäische Länder, den Abschluss der Aktionen bilden die Proteste anläßlich des G7-Gipfels in Köln.

Nanjunda Swamy, Präsident der 10 Millionen Mitglieder zählenden Bauernorganisation KRRS, hat die Aktion initiiert. ”Wir wollen den Regierungen, transnationalen Konzernen und den internationalen Organisationen im Norden direkt vor Ort unsere Ablehnung ihres Ausbeutungssystems zeigen” erklärt der 63jährige Jurist. ”Gentechnik führt zur Kontrolle unseres Lebens durch die Agrarkonzerne”. Speziell von Bayer fordert die Karawane, den Verkauf von gefährlichen Pestiziden und Pharmazeutika in Indien einzustellen und keine gentechnisch veränderten Produkte einzuführen. Das Unternehmen Bayer ist der größte deutsche Chemiekonzern, Vorreiter in der Gentechnologie, einer der weltweit größten Pestizidhersteller und Mitglied einflussreicher Lobbyorganisationen.

Die Demonstration wird von einem breiten Bündnis aus kritischen Betriebsräten, 3.Welt-Gruppen und Anti-Gentechnik Initiativen organisiert. Die Unterstützung der Proteste durch das Sozialreferat des evangelischen Kirchenkreises Leverkusen untersagte der Superintendent von Leverkusen nach einer persönlichen Intervention des Pressesprechers von Bayer. Auch die Bayer AG versuchte zunächst, jegliche Demonstration in der Nähe des Werkes verbieten zu lassen.
Demonstrationsweg: 11 Uhr: Bushaltestelle am S-Bahnhof Bayerwerk; 11.30 Uhr: Zwischenstop am Pförtner 1 des Bayerwerks (Friedrich Ebert Strasse); 12 Uhr: Kundgebung am Marktplatz Leverkusen (mit Pressekonferenz)

Interkontinentale Karawane für Solidarität und Widerstand, AntiGen Köln, Kolleginnen und Kollegen für eine durchschaubare Betriebsratsarbeit (Leverkusen), Euromarsch Köln, Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V., Belegschaftsliste Wuppertal, Förder- und Trägerverein freie und selbstverwaltete Jugend- und Kulturzentren Leverkusen, Institut für neue Arbeit Köln, Nicaragua Arbeitsgruppe Leverkusen