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Hauptversammlung 2016
Soliaktion für BAYER Beschäftigte im Werk Berkeley

Presse Information vom 30. März 2016

Gegenantrag zur Hauptversammlung am 29. April

BAYER: Entlassungen und Druck auf Gewerkschaften

Der Pharma-Bereich von BAYER ist mit einem jährlichen Gewinn von über vier Milliarden Euro die lukrativste Sparte des Konzerns. Trotz der hohen Profite sollen nun Entlassungen vorgenommen werden. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) kritisiert, dass der BAYER-Vorstand seiner Verantwortung gegenüber der Belegschaft nicht gerecht wird.

Die Beschäftigten bei BAYER werden höchst ungleich behandelt: so gelten die Standortsicherungs-Vereinbarungen nur für die Belegschaft in Leverkusen, Dormagen, Krefeld, Brunsbüttel und Wuppertal, also rund 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland. Die Vereinbarungen zum Erhalt der Arbeitsplätze haben jedoch keine Gültigkeit für die Mitarbeiter/innen der GmbHs in Bitterfeld, Grenzach und anderswo.

Noch düsterer ist die Situation in den ausländischen Tochterfirmen: nachdem BAYER in den USA mehrere gewerkschaftlich organisierte Werke geschlossen hat, verfügen dort gerade einmal 5 % der Belegschaft über einen Tarifvertrag oder andere betriebliche Vereinbarungen, während es in Europa 88 % sind. In Asien ist die Situation kaum besser, dort unterliegen lediglich 15 % der Mitarbeiter/innen kollektiven Vereinbarungen. Auch die Verträge zur Standortsicherung gelten nicht. Allein in den USA waren in den vergangenen Jahren vier große BAYER-Werke mit hohem gewerkschaftlichen Organisationsgrad ganz oder in großen Teilen geschlossen worden.

Axel Köhler-Schnura, Vorstandsmitglied der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Die gravierende Ungleichbehandlung innerhalb der Belegschaft von BAYER ist nicht akzeptabel. Wir fordern daher, dem Vorstand in der anstehenden Hauptversammlung die Entlastung zu verweigern.“ Köhler-Schnura hat einen entsprechenden Gegenantrag offiziell eingereicht.

Im lukrativen Pharmabereich drohen sogar Entlassungen: BAYER hat Ende 2015 angekündigt, in den kommenden drei Jahren im Werk Grenzach am Oberrhein etwa ein Drittel der derzeit 670 Arbeitsplätze zu vernichten. Leiharbeiter sind hiervon ebenso betroffen wie Beschäftigte mit befristeten und unbefristeten Verträgen. Die Abfüllung für Fertigspritzen und Injektionsflaschen in Grenzach soll bis zum Jahr 2018 komplett geschlossen werden.

BAYER hatte die Fabrik nahe der Schweizer Grenze im Jahr 2004 von ROCHE übernommen. Wie bei solchen Geschäften üblich, war sogleich von Einspar-Möglichkeiten die Rede. Ein von den Gewerkschaften gefordertes Bekenntnis zum Standort unterblieb. Zur Sicherung des Standortes mussten altgediente Mitarbeiter/innen schließlich große Verluste bei den Betriebsrenten-Ansprüchen hinnehmen.

Derzeit laufen zwischen der Werksleitung und dem Betriebsrat Verhandlungen über einen Sozialplan. Um die Zahl der Entlassungen zu verringern und die übrig bleibenden Arbeitsplätze zu sichern, fordert der Betriebsrat einen Standortsicherungsvertrag sowie Investitionen zur Modernisierung der Fabrik. Diese Forderung ist zu unterstützen: der Konzern darf sich der Verantwortung für seine Mitarbeiter/innen nicht entziehen.