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Hauptversammlung 2016
Testosteron-Präparate von BAYER
verantwortungslose Bayer-Werbung in Australien: dank Testosteron keine Harley mehr nötig

Presse Information vom 14. April 2016

Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.
Mein Essen zahl ich selber (MEZIS) e.V.

Gegenantrag zur BAYER-Hauptversammlung am 29. April:

„Marketing von Testosteron unverantwortlich“

MEZIS, die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, und die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordern den BAYER-Konzern auf, das unverantwortliche Marketing für Testosteron-Präparate wie Nebido oder Testogel einzustellen. Die Initiativen haben einen Gegenantrag zur Hauptversammlung des Unternehmens am 29. April eingereicht.

BAYER verspricht „müden, lustlosen, unkonzentrierten und gestressten“ Männern „vital, aktiv und ausgeglichen“ zu werden, wenn sie ihren angeblichen Testosteronmangel beheben. Die Bestimmung des Testosteron-Spiegels sei für „Männer ab 40 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge“. Für das Marketing hat die BAYER-Tochter Jenapharm eigens die website www.Testosteron.de geschaltet. Zudem wurden spezialisierte PR Agenturen wie die CGC Cramer Gesundheits Consulting engagiert, die sich offen damit brüstet, „mit PR eine neue Indikation“ geschaffen zu haben.

Dr. Jan Salzmann von MEZIS: „Arzneimittelhersteller haben die Aufgabe, zu bekannten Erkrankungen wirksame Medikamente mit möglichst geringen Nebenwirkungen zu entwickeln. Bei der Vermarktung von Testosteron handelt BAYER jedoch anders: für ein bestehendes Medikament wurden neue Indikationen geschaffen, die zur Schaffung neuer Krankheitsbilder - den angeblichen Wechseljahren des Mannes - führen sollen.“ Dr. Salzmann wird in der BAYER-Hauptversammlung zum Thema sprechen.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren ergänzt: „Normale Alterserscheinungen dürfen nicht pathologisiert werden – zumal, wenn die Risiken einer Behandlung nicht absehbar sind. Hormone sollten nur in gut begründeten Ausnahmefällen und keinesfalls als Lifestyle-Produkte eingesetzt werden.“

Dass die Argumente für das neue Krankheitsbild medizinisch nicht haltbar sind und zudem die Gesundheitsrisiken der Betroffenen erhöhen, belegen mehrere aktuelle Untersuchungen. So betonte die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie im vergangenen Jahr, dass die „Wechseljahre des Mannes“ ein Mythos seien. Auch eine im August 2015 vom Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlichte Studie zeigt, dass eine Behandlung mit Testosteron-Präparaten meist ohne Nutzen ist und zudem mit gefährlichen Nebenwirkungen einhergehen kann. So könne die Testosteron-Gabe das Risiko für Herz/Kreislauferkrankungen steigern und das Wachstum von Prostatakarzinomen fördern. Zudem werde eine Gefährdungssituation für solche Patienten geschaffen, die den Wirkstoff nicht indikationsgetreu einnehmen, zum Beispiel für Doping.

Dr. Jan Salzmann abschließend: „Das Erfinden von Erkrankungen und die Ausweitung von Indikationen werden seit Jahrzehnten mit Erfolg betrieben. Bevorzugte Einsatzgebiete sind Tabuzonen der Gesellschaft, z.B. psychische Erkrankungen und sexuelle Störungen. Hier sprechen die Betroffenen nicht gerne drüber, sondern informieren sich häufig im Internet oder in populärmedizinischen Zeitschriften. Fakt ist jedoch: ab dem Alter von 40 Jahren sinkt der Testosteronspiegel physiologisch. Dass die Kräfte im Laufe des Lebens weniger werden, ist genauso normal wie seelische oder soziale Krisen.“

Ansprechpersonen:
– Dr. Jan Salzmann, MEZIS-Vorstand: salzmann(at)mezis.de , Tel: 0151-22240592; 0241-508074
– Dr. Christiane Fischer, Ärztliche Geschäftsführerin MEZIS: fischer(at)mezis.de, Tel.: 01575-5575135
– Philipp Mimkes, Coordination gegen BAYER-Gefahren: Info(at)CBGnetwork.org, 0211-333 911