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Hauptversammlung 2016

Stephan Schickentanz, Antibaby-Pillen

Meine sehr verehrten Damen und Herren. Mein Name ist Schickentanz.

Ich sehe mich heute zum wiederholten Male gezwungen, mich mit unseren Antibabypillen zu beschäftigen.

Zunächst ein paar Worte an die hier anwesenden geschädigten Damen. Sie leiden ja in der Regel an Embolien und Thrombosen. Ich weiß, dass diese Krankheiten, alles andere als ein Zuckerschlecken sind und das ganze ist ja auch mit sehr viel Schmerzen verbunden. Sie verdienen unser aller Mitgefühl.

Was ist Sache bei der Antibabypille? Es gibt neuere und ältere Pillen. Sie verhüten alle gleich gut. Ungewollte Schwangerschaften gibt es so gut wie überhaupt nicht.
Aber bei den neueren Pillen ist das Thrombose und Embolierisiko weit größer.

Welche Auswirkungen hat das für und Aktionäre? Finanziell keine guten. Denn Bayer mußte in den vergangen Jahren mehr Entschädigungen an die Frauen zahlen, als in diesem Jahr überhaupt Dividende gezahlt wird. Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe. Ja , wie viel menschliches Leid, muß damit bei den Frauen verbunden sein, wenn Milliardenbeträge an Entschädigungen gezahlt wurden.

Aber der Vorstand sagt, daß sind alles nur Einzelfälle. Entschuldigung, Milliardenbeträge für Einzelfälle?? Wie viel Geld hat den eine geschädigte Frau denn bekommen? 20 Millionen oder 50 Millionen Euro??? Nein, liebe Aktionäre keine Frau hat 20 Millionen Euro bekommen, sondern nur einen minimalen Bruchteil davon. Aber die Anzahl der geschädigten Frauen ist weit höher, von Einzelfälle kann man hier nicht mehr sprechen.

Aber was noch viel schlimmer ist, Bayer verkauft diese Todespillen weiter an eine unbestimmte Anzahl von Frauen. Also an unsere Partnerinnen, unsere Töchter und Schwiegertöchter. Unsere Enkelinnen und die Freundinnen unserer Enkel . Ich könnte es auch kurz zusammenfassen meine Damen und Herren. Das sind unsere Frauen!!!!!!!!!!!!! Das kann hier doch niemanden im Saal kalt lassen.

Im letzten Jahr stand hier eine Frau vor der Halle. Sie trug ein Plakat mit dem Bild ihrer Tochter. Darunter stand Lena verstorben mit 15 an einer Lungenembolie. Sie war unser Kind.
Herr Dekkers, weil das Sie wahrscheinlich kalt lässt, wie ich Sie so kenne, muß ich Ganze auf Ihre Familie beziehen.
Sie haben drei Töchter, nennen wir die Damen einmal Tochter 1 2 und 3. Mal angenommen alle drei sind mit einem jungen Mann eng befreundet.
Nennen wir die Herren einmal Schwiegersohn 1 2 und 3. Verhütet wird natürlich in allen drei Beziehungen mit Antibabypillen aus dem Hause Papa.

Herr Dekkers und jetzt stellen Sie sich einmal vor, Tochter 1 verstirbt an einer Lungenembolie. Ihre Familie stellt Sie anschließend zur Rede und Sie sagen dann :
Meine beiden Töchter. Eure Schwester ist zwar kürzlich an einer Lungenembolie verstorben. Aber nehmt Eure Pille ruhig weiter. Sie hat zwar ein hohes Embolierisiko, aber sie hat ein positives Nutzen Risiko Profil.
Ich glaube, wenn Sie das sagen würden, Ihre Familie würde sie anschließend zum Teufel jagen.
Aber uns Aktionären und den geschädigten Damen muten Sie so einen menschenverachtenden Mist zu.

Und nun Zu Ihren Nutzen Risiko Profil.
Sie sagen eine Pille hat ein positives Nutzen Risiko ,wenn von 10.000 Damen 9.990 mit der Pille zufrieden sind und 10 Frauen schwer erkranken.
Und das obwohl es Pillen gibt, wo das Verhältnis weit besser ist. Beziehen wir das doch einmal auf den Straßenverkehr. Stellen Sie sich vor ein Taxifahrer sagt Ihnen bei 10.000 Fahrten mache ich 10 Unfälle. Würden Sie bei so jemanden einsteigen, wenn nebenan der Taxikollege steht, der nur 3 Unfälle bei 10.000 Fahrten macht????????

Hinzu kommt auch noch , daß Sie die neuen Pillen als Lifestyle Produkt ( für Gewichtsabnahme und für eine schönere Haut) vermarkten. Teilweisewerden die Pillen auch von Damen genommen , die überhaupt keinen männlichen Partner haben.
Entschuldigung ein Mittel zur Gewichtsabnahme mit erhöhten Embolie und Thromboserisiko. Das soll ja wohl ein Witz sein. Esgibt doch Slimfast.Dort gibt es kein erhöhtes Thrombose und Embolierisiko.

Meine Damen und Herren,

wir haben hier auch im Saal die CO Pipeline Gegner, die sich zu Recht gegen die Pipline wehren. Aber zwischen beiden Sachen gibt es einen großen Unterschied. Bei der CO Pipline kann es zu einem großen Unglück kommen und dann sind ganze Landstriche entvölkert. Es kann aber auch sein, daß alles gut geht und niemand kommt zu Schaden. Nur bei der Antibabypille, die millionenfach verkauft wird, können wir uns sicher sein, daß mehere Frauen sie nicht vertragen und mindestens eine Frau ihr Leben einbüßen wird.