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Platzverweis

Die Polizei Bonn hat eine Protestaktion vor der Hauptversammlung des Konzerns "aus Gründen der Verkehrslenkung" untersagt

SZ| Kritiker sollen bei der bevorstehenden Hauptversammlung des Bayer-Konzerns in Bonn offenbar möglichst unsichtbar bleiben. Die Polizei habe dem Bündnis 'Stop BayerMonsanto!' ein großflächiges Platzverbot erteilt, teilten die Organisatoren der Protestaktion mit. Eine für den 28. April geplante Demonstration wird damit deutlich erschwert. Gegen den Entscheid soll nun juristisch vorgegangen werden, heißt es. Dem Bündnis gehören unter anderem Agrar- und Umweltverbände, Gewerkschaften, einige Parteien und kirchlichen Organisationen an. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen die geplanten Übernahme des umstrittenen US-Konzerns Monsanto durch Bayer. Das Bündnis hat nach eigenen Angaben zwei Eilanträge gegen den Platzverweis beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Die Grünen-Politikerin Renate Künast, die für die Demonstration als Rednerin angekündigt ist, kritisierte den Platzverweis der Behörden: "Bayer will seine Hauptversammlung vor den Protesten gegen die geplante Monsanto-Übernahme abschirmen und das Demonstrationsrecht einschränken lassen."

Für die Aktionärsversammlung am kommenden Freitag, zu der auch der Monsanto-Vorstand erwartet wird, will der Konzern den Angaben zufolge den gesamten Platz der Vereinten Nationen mit einer Zaunanlage und Sichtschutz absperren und ein großes Zelt errichten. Bayer erwartet diesmal so viele Teilnehmer wie selten zuvor. Die geplante Übernahme ist auch unter Aktionären durchaus umstritten. Bei der Stadt Bonn hieß es, die Sperrung des Platzes sei "aus Gründen der Verkehrslenkung und der Sicherheit und Ordnung des Straßenverkehrs" notwendig.

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