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Bayer-Vorstand muss mit Gegenwind auf Hauptversammlung rechnen

finanzen.net, 22. April 2017

FRANKFURT| Dow Jones Der Bayer-Vorstand muss mit scharfem Gegenwind auf der Hauptversammlung am Freitag rechnen. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf große Investoren. Deren Kritik entzündet sich an der Übernahme von Monsanto, bei der sie sich überrumpelt fühlen. "Bei so einer weitreichenden Aktion sollten die Aktionäre, die sonst so hofiert werden, gefragt werden", kritisierte Corporate-Governance-Experte Christian Strenger in der Zeitung, zumal der ökonomische Nutzen der Fusion strittig sei und das Reputationsrisiko offensichtlich.

Selbst Aktionäre, die von der industriellen Logik des Monsanto-Deals überzeugt seien, hätten einiges auszusetzen, schrieb die Sonntagszeitung weiter, handwerkliche Fehler bei der Übernahme vorneweg.

Eine "katastrophale Kommunikation" warf Ingo Speich, Fondsmanager der Union Investment und somit einer der wichtigsten Bayer-Aktionäre, dem Vorstand in Leverkusen vor. Bis unmittelbar vor dem Monsanto-Deal hätten dort alle Signale auf organischem Wachstum gestanden, Evolution statt Revolution, das sei das Credo des frisch bestellten Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann gewesen.

Keinen Monat später habe er, mit 66 Milliarden Euro im Gepäck, nach Monsanto gegriffen. "Der abrupte Kurswechsel führte zu einem massiven Vertrauensverlust in die Bayer-Aktie", monierte Speich. Das Risikoprofil des Konzerns verschiebe sich total, erklärte er: Vor Monsanto sei Bayer ein gut geführter Konzern auf solidem Wachstumskurs mit wenig Schulden gewesen.

Gut geführt sei das Unternehmen immer noch, aber die Schulden seien gewaltig und die Integration beanspruche auf Jahre die Aufmerksamkeit des Managements. Speich warnte: Bayers Erfolg hänge künftig an den Weltmarktpreisen für einige wenige Produkte aus der Landwirtschaft. "Die Bayer-Aktie ist heute eine Wette auf Agrarrohstoffe", sagte der Fonds-Manager von der Union Investment.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo

(END) Dow Jones Newswires