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Australien

Pressemitteilung vom 10. Juli 2003

Australien: Bayer verweigert Haftung für Genpflanzen

"Konzerne müssen volle Verantwortung übernehmen"

Das australische Network of Concerned Farmers (NFC) fordert in einem Offenen Brief an die Firma Bayer CropScience die Übernahme aller Folgekosten, die sich aus dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ergeben. Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel sind in der australischen Landwirtschaft bislang verboten, die Firma Bayer drängt aber auf die Zulassung von modifiziertem Raps. Australien würde hierdurch seinen Status als "Gentechnik-frei" verlieren - Landwirte, die weiterhin Gentechnik-frei produzieren möchten, wären gezwungen, die Reinheit ihrer Produkte mit aufwendigen Testverfahren zu belegen. In einer Stellungnahme weigerte sich das Unternehmen Bayer, der Forderung nachzukommen.

"Wenn die Verantwortlichen bei Bayer sicher sind, dass der Anbau von Gen-Raps keine Probleme verursacht, dann sollen sie auch die Haftung und alle Folgekosten übernehmen", so Julie Newman, Sprecherin der NFC. "Die Konzerne planen offenbar, die Kosten, die sich bei der Inverkehrbringung gentechnisch veränderter Pflanzen ergeben, den Gentechnik-frei arbeitenden Landwirten aufzubürden. Diese sind aber nicht bereit und nicht in der Lage, Unternehmen wie Bayer und Monsanto zu subventionieren. Die Firmen müssen die volle Verantwortung für Ihre Produkte übernehmen". Die Kosten Gentechnik-frei arbeitender Landwirte für Tests und Aussortierung gentechnischer Verunreinigungen lägen bei 10-20% des Verkaufspreises.

In dem Brief an Bayer CropScience schreibt die NFC: "Wie Ihnen bekannt ist, gibt es in Bezug auf den kommerziellen Anbau von gentechnisch verändertem Raps viele ungelöste Probleme. Als ein Netzwerk Gentechnik-frei arbeitender Landwirte weigern wir uns, jegliche Kosten zu übernehmen, die durch die Kontamination Gentechnik-freier Felder durch benachbarte Gentechnik-Pflanzen entstehen. Wir bestehen darauf, dass Bayer CropScience alle Kosten für die Kontrolle seiner Produkte übernimmt."

Die NFC weist darauf hin, dass wichtige Importeure wie China und die EU nur Gentechnik-freien Raps abnehmen und diese Märkte verloren gehen werden. Untersuchungen in Kanada hatten ergeben, dass 95% des von Öko-Bauern angebauten Raps mit Fremdgenen kontaminiert waren.

der Offene Brief und weitere Infos der NFC finden sich unter:
www.non-gm-farmers.com