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Pferdeimpfstoffe

Pressemitteilung vom 27. Oktober 2003

Tödliche Risiken von Pferde-Impfstoffen

Auslöser von Krankheiten / Konflikt zwischen Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen

Pferdezüchter machen Impfstoffe für die Erkrankung zahlreicher Tiere verantwortlich. Sie stellen eine rapide Zunahme von Todesfällen, allergischen Schocks, Koliken, Lähmungen, Unfruchtbarkeit, Augenschäden und Infektionen fest. Pferdewirtschaftsmeisterin Diana Herrmann: "Diese Symptome habe ich in meiner langjährigen Praxis zuvor nie erlebt". Drei Pferde der professionellen Züchterin starben nach der Behandlung.

Verantwortlich für impfbedingte Todesfälle bei Pferden ist nach Ansicht der Züchter vor allem Professor Peter Thein. Der Veterinär arbeitet seit mehr als 30 Jahren zu virusbedingten Tiererkrankungen und entwickelte für den BAYER-Konzern mehrere Impfstoffe. Als Gutachter und Mitglied in staatlichen Kommissionen setzte er sich über Jahre für eine gesetzliche Impfpflicht für Rinder und Pferde ein - zum Segen seines Arbeitgebers, der zwischenzeitlich größter Anbieter für die Vakzine war.

Prof. Thein setzte über die Deutsche Reiterliche Vereinigung eine standesrechtliche Impfpflicht für Pferde durch, die auch international Geltung erlangte. Diana Herrmann: "Die Funktionäre der Deutschen Reiterlichen Vereinigung lassen sich zu Bütteln der Konzerne degradieren. Allein die Tatsache, dass Prof. Thein in der Fortbildung für VeterinärInnen tätig ist, zeigt, dass Forschung und Lehre nicht unabhängig sind." Herrmann kritisiert, dass ungeimpfte Pferde nicht mehr auf Turniere dürfen und dadurch an Wert verlieren. Viele Züchter lassen die Spritzungen nun lediglich in die Papiere eintragen, statt sie tatsächlich vorzunehmen.

Der umstrittene Impfstoff wird inzwischen nicht mehr von BAYER, sondern von der Firma Intervet vertrieben, die den Bereich von BAYER übernommen hat und für die auch Prof. Thein heute tätig ist. Intervet arbeitet eng mit BAYER zusammen, vor drei Jahren brachten die Firmen gemeinsam ein Vakzin gegen die Schweinepest auf den Markt, das jedoch den Praxistest nicht überstand.

Hubert Ostendorf von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: "Impfskandale sind keine Seltenheit. BAYER und Hoechst lieferten in den 90er Jahren einen Stoff, mit dem der gesamte holländische Rinder-Bestand gegen Rindergrippe geimpft wurde. Im Frühjahr 1999 stellte sich heraus, dass ein Drittel der 3,4 Millionen Impfchargen mit einem Durchfall-Erreger infiziert war. 2.000 Tiere starben, 7.000 ZüchterInnen waren betroffen, viele Betriebe standen vor dem Ruin."