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Grundwasser

Pressemitteilung vom 10. November 2003

"Chemische Industrie muss Wasser-Entnahme drastisch senken"

Umweltschützer begrüßen "Wassercent"

Umweltorganisationen begrüßen das Vorhaben der nordrhein- westfälischen Landesregierung, einen sogenannten "Wassercent" auf verbrauchtes Wasser zu erheben. Kritisiert werden jedoch die Ausnahmeregelungen für große Wasserverbraucher, die zeitliche Befristung der Steuer und der zu niedrige Steuersatz.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: "Allein das BAYER-Werk Leverkusen verbraucht pro Jahr rund 160 Millionen Kubikmeter hoch qualitatives Grundwasser, das entspricht dem Trinkwasserbedarf der benachbarten Millionenstadt Köln. Dies ist ein schwerwiegender Eingriff in die Natur - die Chemische Industrie muss die Wasser-Entnahme drastisch senken". Mimkes weist darauf hin, dass BAYER aufgrund alter "Wasserrechte" bislang keinerlei Abgaben für die Wasserentnahme leistet, weswegen Investitionen in wassersparende Technologien unterbleiben. "Die Stadt Köln muss das Trinkwasser kostspielig aus Uferfiltrat des Rheins gewinnen. Die Verbraucher finanzieren somit über die Gebühren den Wasserverbrauch der Industrie - diese Subventionierung muss ein Ende haben", so Mimkes weiter.

Dr. Manfred Dümmer, Wasserexperte des BUND, bemängelt die geplante 80-prozentige Ermäßigung für industrielle Wasserverbraucher gegenüber Privatpersonen, wodurch die größten Wasserverschwender belohnt würden. Der BUND kritisiert zudem, dass die Steuereinnahmen nicht vollständig für eine Erhöhung der Wasserqualität verwendet werden.

Der gesamte industrielle Wasserbedarf in NRW liegt jährlich bei 2,5 Milliarden Kubikmetern - fast ein Drittel davon verbraucht die chemische Industrie, zum größten Teil die BAYER AG. Weltweit verbraucht der BAYER-Konzern jährlich rund 2 Milliarden Kubikmeter Wasser.

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