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Kampagne Südafrika
Das Bayer-Werk in Durban
Wohnbevölkerung und Industrieanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft
Demonstration in South Durban

Südafrika: BAYER-Werk verseucht Grundwasser

Coordination fordert umfassende Sanierung und Entschädigungen

Die Stadtverwaltung von Durban/Südafrika hat hochgefährliche Chromverbindungen im Grundwasser gefunden. Die krebserregenden Stoffe treten in der Umgebung des Chemie-Werks der Firma BAYER im Süden der Stadt auf. Den Anwohnern wurde dringend empfohlen, das Wasser aus angrenzenden Brunnen weder zum Kochen noch zum Trinken zu verwenden.

Nach Angaben des Unternehmens geht die Kontamination auf „historische Verunreinigungen“ zurück – wie diese in den Untergrund gelangten, sei unklar. Umi Sankar, Leiter des Gesundheitsamts von Durban, empfiehlt allen Personen, die kontaminiertes Wasser getrunken haben, sofort einen Arzt aufzusuchen. Vertreter lokaler Bürgerinitiativen zeigen sich besorgt, dass das vergiftete Grundwasser in schadhafte Trinkwasserleitungen eindringen könnte.

Die Chrom-Fabrik in Durban war bereits für eine Vielzahl von Vergiftungsfällen verantwortlich. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert die Firma BAYER auf, das Gelände gründlich zu dekontaminieren und alle Vergiftungsopfer angemessen zu entschädigen. Die Forderungen können auf dieser Seite unterstützt werden, die Unterschriften werden an den Konzern weiter geleitet.

BAYER hatte die Firma CHROME CHEMICALS in Durban 1968 übernommen und dort bis 1991 sogenanntes sechswertiges Chrom hergestellt. Wegen mangelhafter Sicherheits-Einrichtungen kam es in dem Betrieb seit den 70er Jahren zu einer großen Zahl von Vergiftungsfällen. Ein Drittel der Belegschaft erlitt bleibende Gesundheitsschäden, mindestens acht Arbeiter starben an Lungenkrebs, zwei weitere an Tuberkulose. Selbst die Apartheids-Regierung hatte 1976 in einem Bericht Sicherheitsmängel und Gesundheitsprobleme der Belegschaft moniert. Wörtlich hieß es in der Untersuchung: „Die Ergebnisse sind extrem beunruhigend und lassen mangelnde Fürsorge bezüglich des physischen Wohlergehens der Arbeiter erkennen“.

Nach Protesten südafrikanischer Gewerkschaften sowie der Coordination gegen BAYER-Gefahren, die zu umfangreichen Medienberichten führten, schloss BAYER 1991 die Produktion von sechswertigem Chrom und entließ einen Großteil der Beschäftigten. Obwohl in Deutschland seit 1936 Lungenkrebs als Berufskrankheit von Beschäftigten der Chrom-Verarbeitung anerkannt ist, verweigerte die Firma eine Kompensation der betroffenen Arbeiter sowie der Hinterbliebenen. In Durham wurde die Produktion auf weniger gefährliches, dreiwertiges Chrom umgestellt.

BAYER gehört zu den weltweit größten Chrom-Produzenten. Die Verarbeitung wurde vor einigen Jahren in Deutschland und Brasilien eingestellt und in Südafrika gebündelt. Im Nordwesten des Landes betreibt BAYER eine eigene Chrom-Mine, zudem besitzt BAYER einen 50-prozentigen Anteil an der Firma Chrome International South Africa, die Natriumdichromat und Chromsäure produziert.

das Flugblatt zum Thema: (Download: Grundwasser Suedafrika.pdf)

weitere Informationen:

Presse-Info: Grundwasser um Bayer-Werk weiterhin mit giftigem Chrom belastet
Bayer und Shell erhalten Negativ-Preise (in englisch)
Artikel aus der Sunday Times (South Africa)
taz: Bayer soll Arbeiter entgiften
Pressemitteilung: BAYER-Tochter bildet 40 Mio Euro Rückstellung
The Mercury: Fatal chemical found in Durban groundwater

Ich unterstütze die Forderung nach umfassender Sanierung und Entschädigung aller Geschädigten

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Die Kampagne wird von dem Katholischen Fonds und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt gefördert