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Kampagne Landesgartenschau

24.06.05, Leverkusener Anzeiger

Landesgartenschau-Gelände musste geräumt werden

Die Senioren der St.-Johannes-Gemeinde aus dem sauerländischen Sundern formieren sich zum Zählappell. Nacheinander kommen weitere Mitglieder der Reisegruppe durch die Drehtür am Haupteingang der Landesgartenschau. Die Gesichter sind betreten. Ein Ausflugstag ist ins Wasser gefallen, man organisiert die Rückreise ins Sauerland und offen bleibt die Frage: "Wer bezahlt uns das alles?"

Die gut 30 Reisenden haben eine Evakuierung hinter sich, nachdem gegen 13.35 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache am Rohr eines Produktionsbetriebs des Bayer Chemieparks ein Leck aufgetreten und laut Bayer-Sprecher Jörg Brückner "geringe Mengen Chlor" ausgetreten waren. Entsprechend sei es auf dem Gartenschaugelände und in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Geruchsbelästigungen gekommen.
Daraufhin informierte man die Feuerwehr und die Geschäftsführung der Landesgartenschau und setzte ein Sicherheitskonzept in Gang, das laut Brückner vorsichtshalber "ein paar Stufen höher" angesetzt worden sei.

Wie die sauerländische Reisegruppe berichtete, wurde man in die oberen Stockwerke eines Gebäudes gebracht, dessen Fenster abgeriegelt waren. Später sei man gebeten worden, das Gelände zu verlassen. Vorsorglich wurden auch die öffentlichen Straßen bis hin zum Kreisverkehr an der Rheinallee und sogar bis hin zur Dhünnstraße gesperrt.

An der "Wacht am Rhein" hatte die Berufsfeuerwehr derweil ihre liebe Not, Passanten und Radfahrer aufzuhalten, die sich über die Gefahren eines möglichen Chemieunfalls offenbar nicht ganz im Klaren waren und munter weiter liefen und radelten. Laut Brückner empfahl man um 15.20 Uhr, die Sperrungen wieder aufzuheben.

Erstmals zeigte sich, dass das Gelände in der Nachbarschaft der Industrieanlagen unmittelbar betroffen war. Doch Brückner hält Ängste für unangebracht. Die Messungen hätten ergeben, dass keine gesundheitsgefährdenden Belastungen in der Luft gelegen hätten. Gut eine Stunde brauchte es, um den Schaden am Rohr zu beheben.
VON JAN STING