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PESTIZIDE & HAUSHALTSGIFTE
POP-Konvention unterzeichnet Am 23. Mai wurde in Stockholm die
Konvention über langlebige organische Gifte, die POPs, unterzeichnet. Damit ist die Produktion und der Einsatz von 12 besonders gefährlichen Substanzen verboten oder zumindest stark eingeschränkt. Zu dem
international geächteten, so genannten dreckigen Dutzend gehören die Pestizid- Wirkstoffe Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex und Toxaphen, die Industriechemikalien Hexachlorobenzol und PCB
sowie die Ultragiftstoffgruppe der Dioxine und Furane. BAYER hat viele dieser sich nur äußerst schwer in der Umwelt abbauenden Stoffe in großem Umfang produziert. Deshalb können sie zum Beispiel im Umkreis des
Werkes im brasilianischen Belford Roxo auch immer noch nachgewiesen werden (siehe SWB 2/01).
BAYGON verursacht Leukämie Insektizide aus der Gruppe der Carbamate
können bei Kindern Leukämie auslösen. Das hat eine schottische Wissenschaftlerin herausgefunden. Besonders das BAYER-Pestizid BAYGON machte sie für diese verheerende Wirkung verantwortlich. Das Insektizid mit dem
Wirkstoff Propoxur wird im Obstanbau als Mittel gegen saugende und fressende Insekten vermarktet und im Haushaltsbereich als Mittel gegen Vorratsschadinsekten. Zudem kommt BAYGON bei von Parasiten befallenen
Haustieren zum Einsatz.
Gift-Rückstände in Bananen Im Rahmen der Lebensmittel-Kontrolle
untersuchte das “Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin” (BgVV) zuletzt 1997 Bananen auf Pestizid-Rückstände. Die Überprüfung war auf zehn Ackergift-Wirkstoffe beschränkt; neun
von ihnen wiesen die Lebensmittel-ChemikerInnen in den Früchten nach. Darunter befanden sich mit Chlorpyrifos (enthalten in RIDDER), Imazalil (enthalten in BAYTAN und MANTA PLUS) sowie Bitertanol (enthalten in
BAYCOR, BAYMAT und SIBUTOL) drei aus dem Hause BAYER. Hätte sich die Behörde nicht auf zehn Wirkstoffe beschränkt, die nach Angaben der Initiative BANAFAIR noch nicht einmal zu den auf den Plantagen am häufigsten
verwendeten zählen, hätten sich in den Bananen mit Sicherheit noch andere Pestizide des Leverkusener Chemie-Multis gefunden.
Pestizid-Verbrauch steigt Nach einer Untersuchung der Europäischen
Umweltbehörde stieg der Pestizid-Verkauf in der Bundesrepublik von 29.000 Tonnen im Jahr 1993 auf 38.000 Tonnen anno 1998. Der Anteil der importierten Ackergifte - er beträgt gegenwärtig 20 Prozent - ist dabei noch
nicht einmal erfasst. Diese Zunahme alarmiert umso mehr, als der Agrochemie-Verbrauch eigentlich zurückgehen müsste. Aufgrund einer inzwischen höheren Wirkstoff-Konzentration der Mittel genügt nämlich eine geringere
Aufwand-Menge pro Hektar.
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