SWB 03/97 - Ticker

ERSTE & DRITTE WELT

Gift und Lohndumping in Guatemala
Katastrophale Bedingungen herrschen offensichtlich bei der BAYER- Tochter in Guatemala. Ein Gewährsmensch der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN, der einen Gewerkschaftsführer an der Konzernniederlassung in Amtitlán getroffen hat, berichtet, in den letzten zehn Jahren sei die Belegschaft von 350 auf nunmehr 56 Beschäftigte reduziert worden. Gleichzeitig habe sich die Produktion von Pestiziden verdoppelt. Neueinstellungen erfolgten über eine Scheinfirma, die weder einen Arbeitsvertrag (und dadurch auch keine Möglichkeit, Gewerkschaftsmitglied zu werden), noch eine Krankenversicherung noch den vorgeschriebenen Urlaub biete. Alle Arbeiter des Pestizid-Werkes seien schwer vergiftet, was u. a. ein anämisches Krankheitsbild sowie Nervenschädigungen nach sich ziehe. Der Lohn liege, so der Gewerkschaftsführer, mit 87 Quetzal am Tag zwar über dem staatlichen Mindestlohn, aber deutlich unter den Lebenshaltungskosten für eine Familie. Die Arbeitszeit beträgt 41,15 Stunden pro Woche. Werksleiter ist - wie (fast) überall in in- und ausländischen BAYER-Werken - ein Deutscher.

Die CBG fordert einen Ausstieg aus der Pestizidproduktion bei Erhalt aller Arbeitsplätze, sichere Standards weltweit sowie gerechte Löhne.