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FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Viele Patente bei BAYER Der BAYER-Konzern gehört zu den eifrigsten Erfindern in
Europa. Nach SIEMENS, BOSCH, BASF und HOECHST belegte der Leverkusener Multi 1996 Platz fünf auf der Liste der innovativsten Unternehmen. Doch während etwa HOECHST gegenüber dem Vorjahr ein Minus von minus 10,8 %
verzeichnete, legte BAYER um 21,9 % zu. Insgesamt 1.075 Patente, davon 625 in Deutschland, meldete der Konzern an.
Preise für ASPIRIN-Forscher Alle Jahre wieder verleiht BAYER mehr oder weniger
hochdotierte Preise an WissenschaftlerInnen, die mittelbar oder unmittelbar den Interessen des Konzerns gedient haben. So lobt BAYER auch den "International Aspirin Award" aus. Für 1996 erhielt den mit
50.000 Mark dotierten Preis der Kanadier M. Barnett, der über Acetylsalicylsäure (ASPIRIN) in der Sekundärprävention bei Schlaganfall geforscht hat. Den sog. "Young Researchers ASPIRIN Award" erhielt Joan
Claria aus Boston in den USA, für eine Arbeit, die neue Wirkmechanismen des Medikaments entdecken sollte. Der verhältnismäßig preisgünstige "Einkauf" solcher Forschungsergebnisse durch BAYER, speziell für
ASPIRIN, ist geeignet, den Mythos von ASPIRIN als Wunder- droge zu festigen.
Viel Forschung für wenig Geld Die Großen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft
trafen sich Anfang des Jahres in der BAYER-Zentrale in Leverkusen, um die "Stiftung für die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften" zu gründen. Mit von der Partie waren: KRUPP, RUHRGAS, VEBA,
RWE, THYSSEN, HENKEL, WEST LB und natürlich BAYER. BAYER-Aufsichtsrat Hermann Wunderlich ist Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Akademie, Herbert Grünewald, lange Jahre BAYER-
Aufsichtsratsvorsitzender, ist Initiator der Stiftung. Die Stiftung soll vor allem den jährlich verliehenen Akademiepreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bezahlen. Mit solcher Art Kooperation
sichern sich BAYER & Co den direkten Draht zu einer zunehmend industriefreundlichen Forschung.
Forschung: AIDS sells! Einer Studie des britischen WELCOME TRUST zufolge ist die
Erforschung von Krankheiten, die primär in Entwicklungsländern auftreten für Pharmafirmen wenig lukrativ. So wurden 1993 für die Erforschung von Malaria lediglich 84 Millionen Dollar ausgegeben - was einem Betrag
von 42 Dollar je Malaria-Todesfall entspricht. Für die Erforschung der Krankheiten, die die Menschen in den Industrieländern bewegen wird erheblich mehr Forschungsaufwand betrieben. So wurden pro Asthma-Todesfall
umgerechnet 789 Dollar, pro AIDS-Todesfall gar 3.274 Dolllar für die Forschung ausgegeben. Ungeachtet dessen müssen AIDS-PatientInnen in Kenia etwa zumeist ohne westliche Medizin auskommen. BAYER arbeitet
zusammen mit HOECHST seit Jahren fieberhaft an einem AIDS-Therapeutikum.
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