SWB 03/97 - Ticker

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Viele Patente bei BAYER
Der BAYER-Konzern gehört zu den eifrigsten Erfindern in Europa. Nach SIEMENS, BOSCH, BASF und HOECHST belegte der Leverkusener Multi 1996 Platz fünf auf der Liste der innovativsten Unternehmen. Doch während etwa HOECHST gegenüber dem Vorjahr ein Minus von minus 10,8 % verzeichnete, legte BAYER um 21,9 % zu. Insgesamt 1.075 Patente, davon 625 in Deutschland, meldete der Konzern an.

Preise für ASPIRIN-Forscher
Alle Jahre wieder verleiht BAYER mehr oder weniger hochdotierte Preise an WissenschaftlerInnen, die mittelbar oder unmittelbar den Interessen des Konzerns gedient haben. So lobt BAYER auch den "International Aspirin Award" aus. Für 1996 erhielt den mit 50.000 Mark dotierten Preis der Kanadier M. Barnett, der über Acetylsalicylsäure (ASPIRIN) in der Sekundärprävention bei Schlaganfall geforscht hat. Den sog. "Young Researchers ASPIRIN Award" erhielt Joan Claria aus Boston in den USA, für eine Arbeit, die neue Wirkmechanismen des Medikaments entdecken sollte. Der verhältnismäßig preisgünstige "Einkauf" solcher Forschungsergebnisse durch BAYER, speziell für ASPIRIN, ist geeignet, den Mythos von ASPIRIN als Wunder-
droge zu festigen.

Viel Forschung für wenig Geld
Die Großen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft trafen sich Anfang des Jahres in der BAYER-Zentrale in Leverkusen, um die "Stiftung für die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften" zu gründen. Mit von der Partie waren: KRUPP, RUHRGAS, VEBA, RWE, THYSSEN, HENKEL, WEST LB und natürlich BAYER. BAYER-Aufsichtsrat Hermann Wunderlich ist Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Akademie, Herbert Grünewald, lange Jahre BAYER- Aufsichtsratsvorsitzender, ist Initiator der Stiftung. Die Stiftung soll vor allem den jährlich verliehenen Akademiepreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bezahlen. Mit solcher Art Kooperation sichern sich BAYER & Co den direkten Draht zu einer zunehmend industriefreundlichen Forschung.

Forschung: AIDS sells!
Einer Studie des britischen WELCOME TRUST zufolge ist die Erforschung von Krankheiten, die primär in Entwicklungsländern auftreten für Pharmafirmen wenig lukrativ. So wurden 1993 für die Erforschung von Malaria lediglich 84 Millionen Dollar ausgegeben - was einem Betrag von 42 Dollar je Malaria-Todesfall entspricht. Für die Erforschung der Krankheiten, die die Menschen in den Industrieländern bewegen wird erheblich mehr Forschungsaufwand betrieben. So wurden pro Asthma-Todesfall umgerechnet 789 Dollar, pro AIDS-Todesfall gar 3.274 Dolllar für die Forschung ausgegeben. Ungeachtet dessen müssen AIDS-PatientInnen in Kenia etwa zumeist ohne westliche Medizin auskommen.
BAYER arbeitet zusammen mit HOECHST seit Jahren fieberhaft an einem AIDS-Therapeutikum.