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PESTIZIDE & HAUSHALTSGIFTE
DIURON: Wasserversorger klagen - gemeinsam mit BAYER Das Totalherbizid DIURON, ein
Produkt von BAYER, belastet immer noch die Gewässer. Nachdem inzwischen die DEUTSCHE BAHN den Einsatz von DIURON auf den Bahnstrecken eingestellt hat, beklagte die GELSENWASSER AG, einer der großen Wasserversorger
im Ruhrgebiet, daß sich DIURON immer noch in Oberflächengewässern befindet. "Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit wird DIURON nach wie vor im nicht-landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt," so die
GELSENWASSER AG. Schuld seien KleingärtnerInnen und GaragenbesitzerInnen, die damit ihre Garagenauffahrten von "Unkraut" freihalten wollten. So gelange es in die Kanalisation und in Oberflächengewässer.
Die GELSENWASSER AG hat an 100.000 KundInnen in ihrem Einzugsgebiet ein Faltblatt verschickt, das von wasserwirtschaftlichen Verbänden und BAYER (!) erstellt wurde und den schönen Titel: "Gewässerschutz geht
uns alle an" trägt. Motto der Propagandaschrift: Es ist immer die/der VerwenderIn schuld an den Folgen eines Giftes, niemals der Hersteller.
Thailand: FOLIDOL nicht ausreichend gekennzeichnet Aus gut unterrichteten Kreisen
verlautete, daß BAYER derzeit in Thailand das Pestizid FOLIDOL 500 registrieren läßt, ohne vorher die Verpackungsbeschriftung zu ändern. Wie berichtet, war der Konzern international in die Kritik geraten, weil
FOLIDOL mit einer höchst mangelhaften Kennzeichnung (kein Farbstreifen zur Kennzeichnung der Toxizitätsklasse, keine Piktogramme) verkauft wird. Angeblich will BAYER nach der Registrierung die Etikettierung an die
Bestimmungen des FAO-Codes anpassen.
Giftiges FOLIDOL auch in Kambodscha (PAN) Aus Thailand und Vietnam gelangt das
BAYER-Pestizid FOLIDOL (E 605) unkontrolliert nach Kambodscha! Wie berichtet, wird FOLIDOL in Thailand ohne ausreichende Warnhinweise verkauft. Die kambodschanische Regierung unternahm zwar vor einigen Jahren erste
Schritte für ein Pestizidgesetz, doch in der Praxis hat sich nichts verändert, FOLIDOL und andere Pestizide werden in Phnom Penh auf Märkten von HändlerInnen angeboten, die zwar mit "landwirtschaftlichen
Gebrauchsgütern" handeln, aber fast keine Kenntnisse über die von ihnen angebotenen Gifte haben. In der kambodschanischen Provinz finden sich dann die kleinen FOLIDOL- Flaschen zwischen Lebensmitteln und
anderen Alltagsprodukten wieder. Selbst wenn die Beschriftung der FOLIDOL-Flaschen nicht in Thai, sondern in Khmer verfaßt wäre, würde sich nicht viel ändern, da etwa 65 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung
AnalphabetInnen sind. Auch die "Aufklärung" durch Piktogramme könnte FarmerInnen kaum veranlassen, die für sie viel zu teure Schutzkleidung zu kaufen. So werden auch weiterhin Pestizide bis zu einem
Tag vor der Ernte ausgebracht und mit Rückständen verseuchte Pestizidbehälter einfach neben den Feldern "entsorgt". Nun hat die kambodschanische Regierung in Zusammenarbeit mit der Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der UNO sog. "Farmer Field Schools" ins Leben gerufen, in denen die FarmerInnen "integrieten Pflanzenschutz" lernen sollen. Dabei handelt es sich um ein von BAYER und
der Pestizid-Industrie erfundenes Programm, das verantwortungsvollen Umgang mit Ackergiften vorheuchelt, aber die Benutzung ausdrücklich nicht ausschließt.
Uni packt für BAYER Pestizide in Stärke Der Düsseldorfer Chemieprofessor Günter
Wullf hat neue Verfahren entwickelt, um mit Zucker Kunststoffe und Pestizide "zu verbessern", wie es heißt. Der Einbau von Mais- oder Weizenstärke in Plastik verhindere elektrostatitische Aufladungen, ein
Vorteil der in der Elektronik und medizinischen Implantattechnik von Nutzen sei. Im Pestizidbereich diene die Stärke als Hülle für diverse (giftige) Substanzen und verbessere u. a. die Wasserlöslichkeit. Dadurch
lassen sich angeblich Lösungsmittel einsparen und der Pestizidverbrauch auf ein Zehntel oder weniger verringern. Auf jeden Fall werden die neuen Techniken der Industrie bald schon hohe Umsätze bescheren. Die
Pestizide im Stärkemantel sind in BAYER-Gewächshäusern und - sofern der Zeitplan nicht verändert wurde - auch auf dem Acker bereits getestet worden. Und weil die Leverkusener sich vor Begeisterung fast überschlagen,
wurde Wulff im vergangen Jahr mit dem von der Ackergiftindustrie gestifteten, unter Mitwirkung des Europaparlarments verliehenen, Cereal-Preis ausgezeichnet.
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