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UNFÄLLE & KATASTROPHEN
234 meldepflichte Unfälle 1996 ereigneten sich in den deutschen BAYER-Werken nach
offiziellen Angaben 234 meldepflichtige und 288 nicht-meldepflichtige Arbeitsunfälle. Insgesamt kam es 285 mal zu Verletzungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Wegeunfällen. Der Standort Dormagen liegt
mit insgesamt 8,7 Arbeitsunfällen (melde- und nicht- meldepflichtigen) pro einer Million Arbeitsstunden an der Spitze der deutsche BAYER- Werke. Die Quote ist insgesamt - laut BAYER - um 0,2 auf 3,4 Arbeitsunfälle
pro einer Million Arbeitsstunden gesunken.
In Dormagen platzt ein Rohr Am 30.6.97 gegen 21 Uhr platzte auf dem Dormagener
Werksgelände ein Rohr. 12 Tonnen Toluylendiamin, ein Vorprodukt zur Kunststoff- herstellung, traten nach offiziellen Angaben aus. Der krebserregende Stoff "regnete" auf den Werksparkplatz und die
halboffene Halle, aus dem das Rohr herausragte. Dort legte er sich als harziger Belag nieder. Ein Personenzug der während des Unfalls vorbeifuhr mußte angehalten und untersucht werden. Zwei Mitarbeiter, die sich in
der Nähe der Anlage aufgehalten hatten, mußten (vorsorglich, so BAYER) ins Krankenhaus gebracht werden (vgl. auch Artikel in SWB 3/97). Welche Langzeitfolgen der Unfall hat, läßt sich nicht vorhersagen. Die
grüne Umweltministerin des Landes, Bärbel Höhn, die zu ihren außerparlamentarischen Zeiten noch für gläserne Abflußrohre eingetreten ist, hat bis Redaktionsschluß (6 Wochen nach der Katastrophe) noch keine
toxikologischen Daten veröffentlicht. Untersuchungen der AnwohnerInen fanden nicht statt.
Todesfall in Brasilien In Brasilien ist ein Arbeiter der Chromatproduktion im
BAYER-Werk Belford Roxo gestorben. Am 24. März 1997 kam es zu einer Gasverpuffung beim Wiederanfahren der Anlage, durch die Schichtführer Ferreira von heißen Gasen verbrannt wurde. Die Produktionsanlage hatte für
die Reparatur eines Anlagenteiles etwa vier Stunden stillgestanden. Nach einiger Zeit muß der Drehrohrofen gedreht werden. Dabei kam es durch Restmengen an Chemikalien im Ofen zu einer Freisetzung von heißen Gasen.
Die "KollegInnen für eine durchschaubare Betriebsratsarbeit" weisen darauf hin, daß die Gefahr der Verpuffung im Werk Leverkusen bekannt ist, in Brasilien aber offensichtlich andere
Sicherheitsstandards als in Deutschland herrschen. "Die Bedingungen sollten geändert werden, bevor noch mehr Tote den Weg von BAYER in Brasilien und in andere Länder begleiten." Bereits im letzten Jahr
klagten fünf Beschäftigte in Belford Roxo über Nasenscheidewandperforationen. Wie berichtet, wird 1998 die Chromatproduktion, die heute noch in Leverkusen stattfindet nach Newcastle, Südafrika ausgelagert. Dort kann
BAYER dann unter lascheren Arbeitsschutzbestimmungen deutlich billiger produzieren als im heimischen Leverkusen.
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