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ZUM SCHLUSS
AIDS-Opfer: BAYER soll zahlen Zuweilen kann man auf die "amerikanischen
Verhältnisse" neidisch werden. Dann nämlich, wenn es um den Vergleich der Entschädigungen für jene AIDS-Infizierten geht, welche sich die Krankheit durch Blutprodukte von Pharmafirmen bei uns oder in den USA
zugezogen haben. Dort ist nicht nur der Betrag pro Opfer höher, er wird auch ausschließlich von den Herstellern der todbringenden Medizin aufgebracht. Außerdem zahlen sie noch an den Staat. Hier ist es umgekehrt.
Die Firmen bringen nur einen kleinen Bruchteil des Schadenersatzes auf. Den Löwenanteil trägt der Steuerzahler. Klar: Auch in Amerika trennt sich der Pharma-Riese BAYER nicht freiwillig von seinem Geld. Er
berappt, um "Schlimmeres" zu verhüten. Aber im Ergebnis kam dort - selbst wenn man die unterschiedlichen Zahlen der Opfer berücksichtigt - mehr als das Dreifache der Zahlung in Deutschland heraus. Wir
erinnern uns an das beschämende Bild, als Seehofer damals mit der Sammelbüchse für die AIDS-Opfer herumging. Dieselben Firmen, die uns täglich mit Fernsehspots und bunten Bildchen eintrichtern, sie dächten rund um
die Uhr an unsere Gesundheit, hielten sich die Taschen zu. Damals hätte man Seehofer ein paar "amerikanische" Druckmittel gewünscht. Heute wünschen wir den Herstellern den Anstand, entsprechend der
US-Regelung nachzubessern. Es geht ihnen gut. Sie können es sich leisten.
Joachim Westhoff in der Westfälischen Rundschau vom 8.5.97
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