SWB 04/97

Notfalls die Produktion einstellen?

Die BAYER-Werke verpesten weltweit täglich die Umwelt; giganische Schadstoffmengen werden ausgespuckt. Mit behördlicher Genehmi-
gung, versteht sich: der alltägliche Störfall. Und wenn es dann mal richtig knallt, was leider allzu oft vorkommt, drücken die Behörden beide Augen zu. Wie nach der Katastrophe von Dormagen am 30. Juni, als 12 Tonnen (!) krebserregendes TDA über die kleine Stadt am Rhein niedergingen. Bis heute steht die Unglücksursache noch nicht fest. Macht aber nix, die Anlage läuft trotzdem längst wieder weiter. Und die Landesregierung drückt beide Augen zu. Information der Öffentlichkeit? Fehlanzeige. Risikoanalysen? Fehlanzeige. Untersuchung der Werksnachbarn? Fehlanzeige. Einer der größten Chemie-Gaus "ereignet sich" in Deutschland und nichts passiert. Da klingen die neusten BAYER- Leitlinien für "Verantwortliches Handeln und Sicherheit" wie Hohn. Darin heißt es: "Mitarbeiter und Öffentlichkeit sind regelmäßig ... zu informieren." Und: "Wenn es die Vorsorge zum Schutz vor Gefahren für Gesundheit und Umwelt erfordert, ist - ungeachtet wirtschaftlicher Interessen - die Vermarktung von Produkten einzuschränken oder die Produktion einzustellen." Es darf gelacht werden.

Hubert Ostendorf