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AKTION & KRITIK
IG Farben-Hauptversammlung Die Hauptversammlung der IG Farben AG i. A. , die im
August aufgrund massiver Proteste verschoben werden mußte, ist jetzt auf
den 22.12. angesetzt worden. Die "COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN" hat als Mitglied der "Kritischen Aktionäre" drei Gegen-Anträge zur Hauptversammlung formuliert. Sie fordert darin die Nicht-Entlastung von Aufsichtsrat und Liquidatoren, da diese bewußt die Auflösung des Unternehmens blockieren, um so zu verhindern, daß das Firmen-Vermögen zur Entschädigung der ehemaligen Zwangsarbei-
terInnen der IG Farben verwendet wird.
Die Kampagne "Nie wieder!" ruft ab 9.00 Uhr zu Protesten vor dem Versammlungsgebäude an der Wächtersbacherstr. 83 in Frankfurt auf.
Nähere Informationen unter 0211/ 333911.
Pestizide in "Entwicklungsländern" Mit den Problemen, die der steigende
Pestizid-Verbrauch in den Ländern der sogenannten "Dritten Welt" verursacht, beschäftigt sich vom 23. bis zum 28. Februar eine internationale Konferenz in San José (Costa Rica). Veranstaltet wird sie
gemeinsam von der "Universidad Nacional de Costa Rica" und der schwedischen Entwicklungshilfe- Organisation SIDA. BAYER ist weltweit einer der größten Pestizid- Hersteller. Jährlich sterben nach
Schätzungen der WHO Millionen von Menschen an Pestizid-Vergiftungen.
Informations- und Protestfahrt im Biotech-Paradies NRW Der Steeler Verein zur
Beobachtung der Biowissenschaften "Bioskop" stattete drei nordrhein-westfälischen Zentren der Bio-Technologie seinen Besuch ab, immer begleitet vom Staatsschutz. Erste Station der Radtour war das Gelände
in Köln-Kalk, auf dem mit dem Rechtsrheinischen Technologie-Zentrum (RTZ) eine Hochburg der Genforschung entstehen soll. Anschließend steuerte die Gruppe das BAYER-Werk in Leverkusen an, wo sie von Mitgliedern der
COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN empfangen wurde. Schließlich ging es zum Freisetzungs- gelände der TU Aachen. Dort läuft seit Februar 95 ein Versuch, bei dem genmanipulierte Rübensorten gegen das
BAYER-Herbizid BASTA resistent gemacht werden sollen. Zum Abschluß erholten die Steeler sich auf einem belgischen Biohof von der Schönen Neuen Welt.
Chemikalien nicht auf Gesundheitsschädlichkeit untersucht 71 % der 3.000 auf dem
US-Markt geläufigsten Industrie-Chemikalien sind von ihren Herstellern noch nie auf gesundheitsschädliche Wirkungen untersucht worden, BAYER-Produkte natürlich inklusive. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie
"Toxic Ignorance", die der amerikanische ENVIRONMENTAL DEFENSE FUND (EDF) in Washington vorgestellte. Der Sprecher der Initiative zeigte sich erbost darüber, daß die chemische Industrie nach der
Veröffentlichung der letzten Studie im Jahr 1984, die mit ähnlich alarmierenden Zahlen aufgewartet hatte, untätig geblieben ist.
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