SWB 04/97 - Ticker

AKTION & KRITIK

IG Farben-Hauptversammlung
Die Hauptversammlung der IG Farben AG i. A. , die im August aufgrund massiver Proteste verschoben werden mußte, ist jetzt auf den 22.12. angesetzt worden. Die "COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN" hat als Mitglied der "Kritischen Aktionäre" drei Gegen-Anträge zur Hauptversammlung formuliert. Sie fordert darin die Nicht-Entlastung von Aufsichtsrat und Liquidatoren, da diese bewußt die Auflösung des Unternehmens blockieren, um so zu verhindern, daß das Firmen-Vermögen zur Entschädigung der ehemaligen Zwangsarbei-
terInnen der IG Farben verwendet wird.

Die Kampagne "Nie wieder!" ruft ab 9.00 Uhr zu Protesten vor dem Versammlungsgebäude an der Wächtersbacherstr. 83 in Frankfurt auf.
Nähere Informationen unter 0211/ 333911.

Pestizide in "Entwicklungsländern"
Mit den Problemen, die der steigende Pestizid-Verbrauch in den Ländern der sogenannten "Dritten Welt" verursacht, beschäftigt sich vom 23. bis zum 28. Februar eine internationale Konferenz in San José (Costa Rica). Veranstaltet wird sie gemeinsam von der "Universidad Nacional de Costa Rica" und der schwedischen Entwicklungshilfe- Organisation SIDA. BAYER ist weltweit einer der größten Pestizid- Hersteller. Jährlich sterben nach Schätzungen der WHO Millionen von Menschen an Pestizid-Vergiftungen.

Informations- und Protestfahrt im Biotech-Paradies NRW
Der Steeler Verein zur Beobachtung der Biowissenschaften "Bioskop" stattete drei nordrhein-westfälischen Zentren der Bio-Technologie seinen Besuch ab, immer begleitet vom Staatsschutz. Erste Station der Radtour war das Gelände in Köln-Kalk, auf dem mit dem Rechtsrheinischen Technologie-Zentrum (RTZ) eine Hochburg der Genforschung entstehen soll. Anschließend steuerte die Gruppe das BAYER-Werk in Leverkusen an, wo sie von Mitgliedern der COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN empfangen wurde. Schließlich ging es zum Freisetzungs-
gelände der TU Aachen. Dort läuft seit Februar 95 ein Versuch, bei dem genmanipulierte Rübensorten gegen das BAYER-Herbizid BASTA resistent gemacht werden sollen. Zum Abschluß erholten die Steeler sich auf einem belgischen Biohof von der Schönen Neuen Welt.

Chemikalien nicht auf Gesundheitsschädlichkeit untersucht
71 % der 3.000 auf dem US-Markt geläufigsten Industrie-Chemikalien sind von ihren Herstellern noch nie auf gesundheitsschädliche Wirkungen untersucht worden, BAYER-Produkte natürlich inklusive. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Toxic Ignorance", die der amerikanische ENVIRONMENTAL DEFENSE FUND (EDF) in Washington vorgestellte. Der Sprecher der Initiative zeigte sich erbost darüber, daß die chemische Industrie nach der Veröffentlichung der letzten Studie im Jahr 1984, die mit ähnlich alarmierenden Zahlen aufgewartet hatte, untätig geblieben ist.