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DRUGS & PILLS
Erhöhte Zuzahlungen bei Medikamenten Die 3. Stufe der Gesundheitsreform, die den
Defizit-Abbau durch eine erhöhte Arzneimittel-Zuzahlung allein den Versicherten aufgebürdete, führte bei den Apotheken zu Umsatz-Einbußen von bis zu 12 %. Besonders aber die SeniorInnen und chronisch Kranken werden
von der "Reform" geschröpft. Der Verband der Angestellten-Krankenkassen errechnete, daß die Gruppe der 75- 80jährigen im Jahr durchschnittlich 300 DM für den Kauf von verschriebenen Medikamenten aufwenden
muß. Die Pharma-Industrie hat wegen der erhöhten Zuzahlung nicht an Absatz-Sorgen zu leiden. Wie der Bundesverband der Pharmazeu- tischen Industrie mitteilte, wäre die Lage nur für einige kleine Anbieter ohne
großen Export-Anteil nicht so rosig, die "Global Players" hingegen steckten das mühelos weg. Und können wohl noch auf eine kleine Binnenmarkt-Bereinigung hoffen.
Gesundheitsreform macht Ost-Krankenkassen pleite Die Ost-Krankenkassen machten im
ersten Halbjahr 97 immense Defizite. Während id BAYER-Pharma-Sparta enorme Profite einfährt, fehlen allein der AOK, bei der überdurchschnittlich viele RentnerInnen und Arbeitslose versichert sind, 504 Millionen DM.
Den verschuldeten Kassen bliebe nur die Möglichkeit der Beitragserhöhung, aber genau das macht die dritte Stufe der Gesundheitsreform unmöglich. Seit dem 1. Juli sind Anhebungen der Sätze nämlich automatisch mit
vermehrten Zuzahlungen der MitgliederInnen verknüpft und würden infolgedessen zu Abwanderungen führen. Im Angesicht des Ost-GAUs räumte Seehofer indirekt zum ersten Mal ein, daß die Gesundheitsreform auf falschen
Grundlagen beruhte. Während er im Vorfeld der Gesetzes-Vorlage noch einseitig die Krankenkassen für die Defizite verantwortlich machte und Kostendämpfung durch eine Positivliste ablehnte, tut er jetzt kund:
"Wir haben keine Krise des deutschen Gesundheitswesens, sondern eine Krise am Arbeitsmarkt". Also keine Kosten-Explosion, sondern einen Schwund an BeitragszahlerInnen.
ASPIRIN FORTE ab Januar verschreibungspflichtig? Das Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte fordert eine Verschreibungspflicht für Kombinationsschmerzmittel wie ASPIRIN FORTE, das außer Acetylsalicylsäure auch noch Koffein enthält. Eine Entscheidung darüber steht bei der
Tagung des Sachverständigen- Ausschusses für Verschreibungspflicht im Januar 98 an. Präparate aus Kombinationen von Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein können bei längerem Gebrauch schwere Nierenschäden
verursachen. Die Nieren-Insuffizienz von 15 % aller Dialyse-PatientInnen ist auf übermäßigen Analgetika-Gebrauch zurückzuführen. Besonders das in den Mitteln enthaltene Koffein ruft diese gesundheitsgefährdenden
Abhängigkeitsymtome hervor. Selbst Gegner der Verschreibungspflicht, wie der "Gutachter" des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, Johannes Michael Fox, räumen ein, daß Kombinationsmittel zu
Dauerkopfschmerzen führen können. Und was er als Entlastungs- argument vorbringt, daß nämlich auch bei längerem Gebrauch von Präparaten mit nur einem Wirkstoff die Gefahr von Nierenschädigungen besteht, gerät
ihm unfreiwillig zu einer Kritik aller marktgängigen Schmerzmittel, von ASPIRIN bis IBUPROFEN. Die Arzneimittel- Kommission der Bundesärztekammer, ebenfalls Gegner der Verschreibungspflicht für Kombi-Präparate, muß
gleichwohl eingestehen, daß sie deutlich mehr Nebenwirkungen wie Magendrücken, Nervösität und Schwindel haben als Mono-Präparate. Auf eine Anfrage der grünen Gesundheitspolitikerin Monika Knoche sah es sogar das
Bundesgesundheitsministerium als eine geeignete Maßnahme an, die Verschreibungspflicht einzuführen, um die Gefahr von Nierenschäden, die durch längere Schmerzmittel-Einnahme entsteht, einzudämmen. Die Aufhebung
der Rezeptfreiheit würde bei ca. 165 Millionen verkauften Analgetika- Packungen im Jahr einen erheblichen Umsatzverlust für die Pharma-Industrie bedeuten. Die "Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert ein
Verbot der unsinnigen Kombinationspräparate.
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